Nierstein – Einen großen Anteil am Gesamtprogramm beim Neujahrsempfang der Stadt Nierstein nahmen die Ehrungen ein. Ein Novum in diesem Jahr war die Ehrung für das „Lebenswerk des Jahres“, die dem Ehepaar Ingrid und Wilhelm Dietz zuteil wurde. Die Beiden hatten 40 Jahre ihre Bäckerei in der Stadt geführt und diese im Frühjahr 2018 geschlossen, um ihren Ruhestand zu genießen. Daneben wurden in mehreren Kategorien jeweils zwei Bürgerinnen und Bürger oder Betriebe geehrt. Einerseits ist es schön, dass es in der Stadt so viele Menschen und Institutionen gibt, die eine Ehrung verdienen. Auf der anderen Seite verlieren diese Anerkennungen durch die Menge aber ein bisschen an Wert.

Stadtbürgermeister Thomas Günther präsentierte nach seiner Begrüßung der Gäste zunächst die wichtigsten Projekte für das Jahr 2019. An vorderster Stelle nannte er dabei die Umsetzung des neuen Bebauungsplans „Rhein-Selz-Park“. Dieses Projekt, so Günther, wird der Stadt erhebliche Einnahmen sowohl an Einkommen- als auch Gewerbesteuer bescheren. Auch wenn noch längst nicht alle Bürger davon überzeugt seien, sei es für die Stadt von großer Bedeutung und müsse auf jeden Fall realisiert werden.

Weiter soll im Frühjahr 2019 der Aufstellungsbeschluss für das Gewerbegebiet „Am Brückchen Süd“ getroffen werden. Dies ist die Voraussetzung dafür, dass 2020 mit der Ansiedlung der Märkte begonnen werden kann. Günther betonte in diesem Zusammenhang, wie wichtig es für die Bürger des Mittelzentrums ist, ausreichend Einkaufsmöglichkeiten zur Verfügung zu haben.

Nierstein ist auch Zuzugsstadt für Neubürger aus dem gesamten Rhein-Main Gebiet. Deshalb wird 2019 von der Stadtverwaltung die Planung für einen weiteren Kindergarten vorangetrieben, mit dem Ziel, 2020 mit dem Neubau beginnen zu können. Dies wäre dann der fünfte Kindergarten in der Stadt.

Wie bei einem Neujahrsempfang üblich, wurde ein Jahresrückblick auf das vergangene Jahr präsentiert. Stadtbürgermeister Thomas Günther und Beigeordneter Egid Rüger ließen im Wechselgespräch die Ereignisse des vergangenen Jahres revuepassieren. Aus jedem Monat wurden die wichtigsten Geschehnisse noch einmal in Erinnerung gerufen.

Besonders hervorgehoben wurde der Besuch einer Delegation aus China im Juni 2018, an der über 60 hochrangige Vertreter aus Politik und Wirtschaft des Landes teilnahmen. Für dieses Jahr ist ein Gegenbesuch der Verwaltung in der Provinz Henan geplant.

Als großer Erfolg wurde die „Niersteiner R(h)einkultur“ auf dem Veranstaltungsschiff „Cassian Carl“ nochmals hervorgehoben. Ein besonderer Dank ging an den Eigner Karl Strack, der das Schiff kostenlos zur Verfügung gestellt hatte.

Die Stadt ist in das neue Förderprogramm „Stadtumbau“ aufgenommen worden und erhält in den kommenden Jahren mehr als sechs Millionen Euro Fördergelder. Weitere drei Millionen Euro sind für die Gestaltung des neuen Rheinufers avisiert. Rüger warb am Rande auch für die neue Veranstaltungsübersicht mit allen Weinfesten an der Rheinterrasse, die ab Ende Februar wieder im Rathaus im Tourismus- und Kulturbüro bei Norbert Kessel kostenlos abgeholt werden kann.

In einer Schweigeminute wurde den verstorbenen Hans-Uwe Stapf und dem Ehepaar Monika und Edwin Mader gedacht.

Für die musikalische Untermalung des Empfangs sorgte das Saxophonquartett des KMV Gau-Bischofsheim, das auch den musikalischen Abschluss des Empfangs gestaltete.

Weitere Ehrungen:
Gruppen: Kilians-Chor Nierstein; Tanzgruppe der Schwabsburger Landfrauen
Gewerbebetriebe: ECE Schlachterei GmbH; Glaserei Jakob Wilhelm
Innovationen: Eiscafe Morano; Online-Nachrichtenportal rhein-selz-highlights
Gutsschenken: Fritz Reichert I (Helmut und Lilly Reichert); Staiger/Tempelhof
Weingüter: Friedrichshof Harald und Susanne Schmitt; Karl Jung&Sohn Schwabsburg; Julianenhof Jochen Schmitt
Beherbergungsbetrieb: Ferienwohnung Marion Geil
Gastronomie: Adega Tapas; Ristorante Winzerhaus
Ehrenamt: Hartmut Lange – Wein und Wandern
Männer des Jahres: Günther Wollscheid; Tobias Göpel
Frauen des Jahres: Ursula Kumb; Tanja Schittler

Wolfgang Bohrmann