Nackenheim – Dem bekanntesten Sohn Nackenheims wurde nun im Heimatmuseum eine Dauerausstellung gewidmet. In drei aufwendig gestalteten Räumen des Nackenheimer „Muxum“ haben Peter J. Klein und Thomas Flügen zusammen mit vielen ehrenamtlichen Helfern das Leben der Familie Zuckmayer und besonders der Brüder Carl und Eduard aufgearbeitet und sehr übersichtlich und verständlich aufbereitet.

Der Aufbau der Ausstellung hatte gut zwei Jahre gedauert und wurde nur durch einen Zuschuss der Kulturstiftung Rheinland-Pfalz über 10.000 Euro sowie Spenden der Peter Eckes Stiftung (5.000 Euro) und der Volksbank Alzey-Worms (2.500 Euro) möglich. Ein weiterer wichtiger Beitrag war auch die Arbeit lokaler Firmen, die im Sinne des guten Zwecks moderate Preise berechneten.

Die Initiatoren waren besonders froh darüber, dass die Ausstellung pünktlich zur Vergabe der Carl-Zuckmayer-Medaille durch die Landesregierung fertiggestellt werden konnte. So wurde nach der offiziellen Übergabe der Medaille an Robert Menasse im Mainzer Staatstheater der Preisträger einen Tag später im Nackenheimer Restaurant St. Gereon im Rahmen einer Feierstunde nochmals gewürdigt und die Ausstellung offiziell eröffnet.

Gezeigt werden Dokumente, Bilder und Einrichtungsgegenstände der Familie Zuckmayer. Weiterhin eine große Sammlung an Büchern, Briefen und Texten von und über Carl Zuckmayer sowie seinen Bruder Eduard, der weniger bekannt, aber nicht minder talentiert war. Sein Talent drückte sich allerdings musikalisch aus. Auch die wissenschaftliche Aufarbeitung der Werke des Autors in Form der Zuckmayer Jahrbücher sind in der Ausstellung zu finden, ebenso wie die Galerie aller bisherigen Träger der Carl-Zuckmayer-Medaille.

Ein besonders erforschungswürdiges Kapitel in der Vita von Carl findet sich auch in der Ausstellung, nämlich der Zuckmayer’sche „Geheimreport“. Darin sind Dossiers über Künstler während der Nazizeit festgehalten, die der Schriftsteller verfasst hatte.

Alle Exponate sind für die Besucher zugänglich und es kann auch darin gestöbert werden. Das macht die Ausstellung zu einem echten Erlebnis.

Da das Museum eigentlich nur 4 Stunden im Monat geöffnet hat, der Aufwand für die Ausstellung aber verhältnismäßig hoch war, arbeiten die Initiatoren daran, zusammen mit dem Heimat- und Verkehrsverein und weiteren Unterstützern, die Öffnungszeiten auszuweiten. Dadurch soll es auch für Schulklassen möglich werden, im Rahmen von Projekten die umfangreichen Informationen zu nutzen.

Wolfgang Bohrmann