Souverän und spitzzüngig: CVE-Sitzungspräsident und Protokoller Gerd Zimmermann – Foto: Thomas Muth

Nackenheim – In der Carl-Zuckmayer-Halle feierte der Carneval Verein Entenbrüder (CVE) vor vollbesetztem Haus die Auftaktsitzung der diesjährigen Kampagne. Unter dem Motto: „Mit Captain Nemo ab ins Meer, der CVE taucht hinterher“ präsentierten die Entenbrüder ein tolles Unterhaltungsprogramm.

CVE Nachwuchsredner Moritz Mergen bestand überzeugend seine Feuertaufe mit seinem politisch angehauchten Vortrag, in dem er sich unter anderem über die Hundekrawattenkultur des AfD Chefs lustig machte. Er reimte auch: „Die Rentenkassen sind leer, arm dran ist auch die Bundeswehr“, und nahm damit die Sparmaßnahmen der Bundesregierung auf’s Korn.

Ein weiterer junger Aktiver, Marian Butscher, konnte das Publikum wieder einmal durch seine frei vorgetragene Rede begeistern. Zwar vergaß er unterwegs eine ganze Passage, konnte aber zur Erheiterung der Zuhörer den Text dann doch noch einstreuen. Butscher ist schon mehrfach in Nackenheim aufgetreten und hat sich, inzwischen 19 Jahre alt, zum echten Fassenachtsprofi entwickelt.

Premiere in der Bütt: Moritz Mergen vom CVE – Foto: Thomas Muth

Den Auftakt zur Sitzung bildete wie gewohnt der Einzug des Komitees unter der Führung der Bodenheimer Schoppengarde. Nach der Begrüßung der Gäste stieg dann der Sitzungspräsident Gerd Zimmermann selbst in die Bütt‘ um sein Protokoll zu präsentieren. In geschliffenen Versen analysierte Zimmermann die große Politik und ihre Protagonisten. So beschrieb er den Führungswechsel in der CDU meteorologisch: Hoch Angela wurde vom Tief Annegret abgelöst. Andrea Nahles schrieb er zur Wahlschlappe den Kommentar: „Die SPD hat in Bayern souverän die 5-Prozent-Hürde genommen“ zu. Auch Hackerskandal, vorzeitiges Fußball WM-Aus und die Gesundheitskarte bekamen ihr Fett ab. Einen EU-Dexit schloss Zimmermann auf jeden Fall aus, denn Deutschland brauche Europa – polnische Altenpfleger – schwedische Gardinen und dänische Bettenlager. Schließlich musste natürlich auch über den Teich geschaut werden. „Bill Crosby geht als schwarzer Grabscher in den Knast – ein weißer Grabscher wird Präsident“, so die bittere Erkenntnis eines Narren.

Das grandiose Finale der Sitzung mit den CVE-Aktiven – Foto: Thomas Muth

Gaby Elsener als „Appolonia“ gehört bei den CVE-Sitzungen schon fast zum Inventar, begeistert aber immer wieder mit ihrem trockenen Witz und echt Meenzer Kokolores. Dem stand auch Marcus Schwalbach als „Gardist“ mit Hunger, Dorscht un dauernd Scheiße im Kopp in nichts nach. Weiteres Kokolores-Urgestein in Gestalt von Jürgen Wiesmann als Partymuffel „Ernst Lustig“ und Hansi Greb als Ü60 „Hobbes“ sorgten für arg strapazierte Lachmuskeln bei den Gästen.

Natürlich beschränkte sich das närrische Treiben nicht nur auf Vorträge. Auch der Showtanz wurde von den CVE-Küken unter der Leitung von Annabel Hufer und Yvonne Hees goldisch präsentiert. Professioneller machten das dann die Tänzerinnen des HKG Gardeballetts unter Jana Peterhänsel sowie das CVE-Ballett (Susanne Steeg).

Musikalisch lieferten die „Fleischworschtathlete“ Benni Scholian und Mathias Gall, die „Altrheinstromer“ Thomas Wucher, Andreas Mayer und Uwe Hager sowie Solistin Birgit Menger und schließlich Oliver Mager mit seinen Meenzer Liedern ein tolles Unterhaltungsprogramm.

Eine mitreißende Auftaktsitzung präsentierte der CVE dem zufriedenen Publikum und bestätigte damit seinen hervorragenden Ruf in der Region.

Wolfgang Bohrmann