Veranstaltet wurde der Beratungstag über Pflegehilfsmittel und Inkontinenz in Zusammenarbeit der „Senioren- und Alltagsunterstützung“ tasima , dem Pflegedienst gps und der Römer Apotheke.

Die Initiatorin Frau Tanya Siedler von tasima ist oft die erste Person, die mit diesen Problemen konfrontiert wird und wünscht sich, dass Patienten oder pflegende Angehörige besser über Möglichkeiten der Inkontinenz- und Hilfsmittelversorgung informiert werden.

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Frau Khandaker vom Pflegedienst gps lud in das Nachbarschaftscafé Teilchen, das neben den neuen Räumen des Pflegedienstes liegt, ein. Aus Ihrer Pflegeerfahrung konnte sie wertvolle Tipps für den Gebrauch von Inkontinenz-und Pflegehilfsmitteln geben, was auch in Einzelgesprächen mit Betroffenen sehr geschätzt wurde.

Frau Saskia Schmidt aus der Römer Apotheke behandelte das sensible Thema sehr einfühlsam, nannte aber auch sehr offen das Krankheitsbild der Inkontinenz, den Leidensdruck der Patienten und die Behandlungs- und Versorgungsmöglichkeiten.

Die Inkontinenz ist die häufigste chronische Krankheit  bei Frauen, noch vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes und psychischen Erkrankungen. 25% der Frauen und 10% der Männer sind betroffen.

Ursachen können z. B.  Schwächung des Beckenbodens durch physiologischer Alterungsprozesse, Verlagerung der Blase, Gebärmuttersenkung, neurologische Störungen (Demenz, Parkinson, MS), Entzündungen und Prostataoperation beim Mann sein. Eine ärztliche Abklärung sollte auf jeden Fall erfolgen.

Eine wichtige Säule in der Behandlung ist die Beckenbodengymnastik zur Stärkung des Beckenbodenmuskels, die schon nach einer Woche regelmäßigen Trainings Erfolge zeigt. Anleitungen finden Sie im Internet oder Sie erhalten Broschüren in der Römer Apotheke.

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Eine Vielfalt von Inkontinenzprodukten wurde vorgestellt, sehr diskrete Slipeinlagen für beginnende Inkontinenz, saugstärkere Einlagen und die beliebten Tena pants für die Sicherheit im Alltag, bei Reisen, Stadtbummel, Einladungen. Alle Produkte gibt es in verschiedenen Größen und Stärken. Das oberste Ziel ist, ohne Einschränkung am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen. Ergänzt wurde die Palette mit sehr saugstarken Einlagen und Slips für bettlägerige Patienten.

Im Anschluss war es Frau Hüsch, Apothekerin der Römer Apotheke, ein unbedingtes Anliegen, die gesetzliche Zuschüsse der Pflegeversicherung in Höhe von vierzig Euro, die jedem Patienten mit Pflegegrad in Form von Pflegehilfsmitteln zusteht, zu erläutern. Der Antrag kann ohne große Formalitäten in der Römer Apotheke gestellt werden, die Produktauswahl (Handschuhe, Desinfektionsmittel, Bettschutzeinlagen usw) wird individuell zusammengestellt.

Auf großes Interesse stieß die Vorstellung von Alltagshilfen, die auch in der Römer Apotheke  zu beziehen sind, z.B. Schnabeltasse, Drehkissen zum erleichterten Aufstehen zu Hause und im Auto, Rollatorregenschirme, spezielle Scheren, Spezialflaschen- und Dosenöffner sowie die innovativen Produkte zur Körperpflege, Körperreinigung und Shampoo ohne Wasser für bettlägerige Patienten.

Das große Interesse an Proben, die im Anschluss kostenlos von der Römer Apotheke zur Verfügung gestellt wurden und die vielen Fragen der Betroffenen zeigte, wie wichtig und notwendig offene Ansprache, Aufklärung und Informationen zu diesem sensiblen Thema sind.

Dr. Ulla Vogel