Die Kohlmeisen-Sitzung in Laubenheim – Foto: Henning Berg

LAUBENHEIM – Zur Damensitzung der Laubenheimer Karneval-Gesellschaft ULK waren viele Damen der Schöpfung erschienen. Die Sport-Halle am Ried war brechend voll. Man hatte vorher seitens des Vereins Werbung gemacht und das sollte sich auch auszahlen. Alles begann mit einem kleinen Tänzchen, zu dem Eva Renate Marx Molier und Christoph Thelen das Publikum im Sinne eines „Warm up“ animieren konnten, ein kleines „Tschitschiwa“. Es folgte der pompöse von Trommelwirbel und Fanfaren getragene Einmarsch der Garde, unter anderem der Mainzer Ranzengarde, und des Damenkomitees. Die Sitzungspräsidentin Gabi Schott begrüßte die Gäste aufs herzlichste und direkt danach stieg man in die Vollen. Es folgte der Auftritt von Schlager-Karaoke-Star Patrick Himmel. Himmel war aus der Perspektive der Damen im Publikum genau richtig „gebacken“ und entführte sie in den Schager-Himmel mit Titeln wie „Summer of 69“, „Marmorstein und Eisen bricht“ oder ein „Bett im Kornfeld“. Zum Schluss fiel seine Wahl dann jedoch auf „Kordula Grün“, wie es der beliebte Fastnachtsschlager ganz oben in den Charts so will. Tobias Paltz, als gewitzter Seppel vom Lande, legte daraufhin mit seiner Standup-Comedy so richtig los. Ihm ging es mal um den letzten Flirt, dann wieder um den tiefergelegten Rollator der Mutti, die nach seinen Angaben wegen einem Pferdekuss zum Viehdoktor musste. – Man lachte sich schlapp!

Miss Fleischwurst bei den Laubenheimer Kohlmeisen auf dem Siegertreppchen -Foto: Henning Berg

Und mit dem Rap „Who let the dog out, hu hu“ traf er den Nagel final auf den Kopf. Kurz darauf präsentierte sich die Meenzer Altrhein-Garde um „gegen Mucker und Philister den Kampf“ anzusagen. Sie trällerten frei heraus gemeinsam mit Präsidium und Publikum ein herzlich und rührend Liedchen nach dem nächsten, alles passend zur fünften Jahreszeit und mit Mainz-Bezug. Verkleidet ganz in rot, „wie eine Mon Cheri-Praline, nur mit Stengel zum anfassen“  betrat dann Olga Orange als einzige Frau mit Ausnahmestatus die Bühne.  Als Transvestit holte sie ohne Schirm, aber mit Charme und Perücke das Publikum heim. Charmant malte Sie singender Weise am Schluss tausend rosa Wölkchen an den Himmel und ließ rote Rosen regnen. Auch als Matthias Bott, als Fleischwurst verkleidet, die Bühne betrat war die Stimmung perfekt. Sie würde nicht vom Siegertreppchen fallen als Miss Fleischwurst und sei erster Güte, „keine Frage“, so die Wurst nach eigener Auskunft. Man kam aus dem Staunen gar nicht mehr raus, und es reihte sich Anekdote an Anekdote. Welch Wunder, was eine Fleischwurst so alles erlebt! Und dann stellt man noch frappierender Weise fest, dass Gott Jokus die Erde nur einmal geküsst hat, und zwar da, wo er Mainzer Fleischwurst isst. Ein weiteres Highlight des Abends war ganz sicher der Auftritt der Showgroup Mann-O-Mann. Es wackelte im wahrsten Sinne des Wortes die Bühne. Ein Jahr lang hatte man trainiert, jetzt präsentierte man Akrobatik erster Güteklasse. Es war der Teufel los, denn die Mitglieder der Showgroup wechselten während des Auftritts sogar einfach das Outfit. Plötzlich tanzten sie zu ACDC „Highway to hell“ und verwandelten den Saal als rote Teufelchen in ein wahres Höllenfeuer. Es folgten auch nach der Halbzeit Standup-Comedy, Schauspiel, Gesang und Akrobatik in Hochform. Insgesamt blickt man auf eine gelungene Damensitzung in 2019 zurück und bedankt sich herzlich bei allen Aktiven vor und hinter der Bühne und beim Laubenheimer Publikum.

Henning Berg