BODENHEIM – Der Hermann Weber Saal im Bürgerhaus Dolles füllte sich schnell. Und es kamen von den 63 in Bodenheim registrierten Vereinen viele Verantwortliche unter dem Motto: Mal schaun, was die SPD so vorhat in der Zukunft. Fest steht: Wenn es die Vereine nicht gäbe, wäre Bodenheim nicht so bunt und vielfältig, das zieht auch Menschen aus der Umgebung zu uns und ist ein Grund, warum Menschen nach Bodenheim ziehen.

Schnell wurde klar: Ehrenamtliche fehlen in allen Vereinen. Nicht nur zum Ausrichten von Feiern sondern vor allem für die immer währenden Aufgaben eines Vereines. Volker Schäfer (Schoppegarde) brachte es auf den Punkt: „Bei den potentiellen Aktiven steht heute der Job auf Platz 1, dann kommt die Familie/das Haus und dann erst – fast abgeschlagen – kommt eine Mitarbeit in einem Verein in Frage.“ Und er fügte hinzu: „und im Job wird heute richtig viel verlangt, auch dass man abends noch erreichbar sein soll(te)“.

In vier Gesprächsrunden – immer eingeleitet durch mehr oder weniger kurze Statements – wurde über das Ehrenamt diskutiert.

Die Vertreter der Vereine wünschen sich auch weiterhin Unterstützung von Seiten der Gemeinde. Rainer Dietz (Bodenheimer Carneval Verein) bestätigte: „Ich konnte immer den Bürgermeister oder einen Beigeordneten ansprechen, ich bekam immer Unterstützung.“

Beim Thema Versicherung informierte Thomas Becker-Theilig, dass das Land Rheinland-Pfalz spezielle Versicherungen gerade für Vereine abgeschlossen hat. Infos dazu sind bei der Ehrenamtsbeauftragten in der Staatskanzlei zu erfahren.

Finanzen: Ein immer währendes Thema. Aber durch diverse Töpfe vom Landkreis bis zur EU können Mittel generiert werden. Thomas Glück: „In den letzten 6 Jahren konnten die Bodenheimer Vereine knapp 200.000 € in ihre Projekte investiert, dazu kommen noch die Zuschüsse vom Landkreis Mainz-Bingen aber auch vom Land Rheinland-Pfalz – insbesondere in der Sportförderung“.

Der Vereinsring Bodenheim – er lebt – oder doch nicht? Keiner weiß es so richtig. Formal gibt es einen Vorstand, der die Geschäfte am Leben hält. Ein neuer Vorsitzender ist nicht in Sicht. Ralf Werner: „Es gibt 3 Möglichkeiten für den Vereinsring: Neuer Vorsitzender mit neuem Schwung. Den Verein auflösen – oder als letzte Variante – Neue Strukturen schaffen.“ Die Anwesenden wollen den Vereinsring – den Zusammenschluss der Vereine in Bodenheim – auch weiterhin am Leben erhalten. Er muss nur wieder mit Leben gefüllt werden.

Die SPD Bodenheim stellt sich für die kommende Legislaturperiode vor, einen Ehrenamtsbeauftragten durch die Gemeinde zu installieren. Dieser soll mit Rat und Tat für die Vereine zur Seite stehen. Zum einen um zu beraten: Wo können wir einen Zuschuss für eine Investition bekommen? Gibt es kostengünstige Versicherungen speziell für Vereine? Zum anderen kann er die Zusammenarbeit zwischen den Vereinen stärken. Darüber hinaus soll er auch den Bürgern helfen, „ihren“ Verein zu finden – sozusagen als Vermittler.

Thomas Becker-Theilig stellte abschließend die Idee einer „Bürgerstiftung“ vor. Ein erster Versuch sei mit der Restaurierung der Kreuzigungsgruppe mit Hilfe der Pickartz-Stiftung erfolgreich umgesetzt worden. „Wir müssen jetzt die Strukturen und Regularien für eine Bürgerstiftung schaffen“ so Thomas Becker-Theilig „da stehen wir noch am Anfang!“

Viel Diskussion, tolle Ideen, ein bunt gemischtes Publikum mit knapp 60 Teilnehmern machten Hoffnung, dass es auch weiterhin ein Ehrenamt in Bodenheim geben wird.

 Wolf-Ingo Heers