NIERSTEIN – Noch liegt das Grundstück im Herzen der Stadt Nierstein, in der Gutenbergstraße 1-5, brach. Das soll sich nach dem Willen der Verwaltung der Stadt Nierstein und der Akana Wohnungsbaugenossenschaft e.G. i.G. im Spätsommer 2019 ändern. Die ehrenamtlichen Vorsitzenden der Genossenschaft, Alfred Dibjick und Peter Kaesberger wurden Anfang des Jahres bei Stadtbürgermeister Thomas Günther und beigeordneter Egid Rüger im Rathaus der Stadt vorstellig und informierten die Verwaltungsspitze über ihr Pläne.

Demnach soll auf dem oben genannten 1.250 Quadratmeter großen Grundstück ein Gebäude mit insgesamt 10 Wohneinheiten entstehen. Gebaut werden 5 Wohnungen mit einer Größe von 50 m², 3 Wohnungen mit 65 m² Wohnfläche und zwei Wohneinheiten mit jeweils 100 m². Das Ganze ist mit dem genossenschaftlichen Gedanken verbunden. Die Kaltmiete wird bei den förderungsfähigen Wohnungen bei 7 Euro pro Quadratmeter liegen. Sämtliche Wohnungen werden barrierefrei und rollstuhlgerecht sein. Ein Aufzug erleichtert den Zugang zu den Wohneinheiten die nach neustem energetischem Standard mit Photovoltaikanlage und einem Blockheizkraftwerk sowie einer „E-Tankstelle“ geplant sind. 2,8 Millionen Euro an Baukosten sind veranschlagt.

Günther und Rüger waren von der Idee sofort begeistert. „Das gibt die „Neue Mitte“ von Nierstein, zusammen mit dem Johanneshaus, dem Haus der Gemeinde, der kommunalen Kindertagesstätte und den nahen Verbrauchermarkten“, ist sich Günther sicher. Das Wohnbauprojekt orientiert sich nicht nur an eine ältere Klientel, sondern spricht die breite Masse an. „Wir wollen in unserer Wohnanlage ein gesellschaftliches Spiegelbild schaffen. Ziel ist es einen Rahmen für ein selbstverwaltetes und möglichst langes selbstbestimmtes Leben zu schaffen“, so die Genossenschaftsvorsitzen. Im städtebaulichen Vertrag wird geregelt, dass die Stadt Nierstein zwecks Mitbestimmung Genossenschaftsanteile im Wert von 4.500 Euro erhält, die sie jedoch nicht bezahlen muss. Im Stadtrat und in den Ausschüssen wird das Projekt zeitnah besprochen.

Bis zum Herbst 2019 soll Baurecht erteilt sein. Ein Jahr später sollen die voll ausgestatteten Wohnungen bezugsfertig sein.

„Das Projekt wird sich hervorragend mit dem sozialen Wohnungsbauprojekt der HS Concept Asset Management GmbH ergänzen, welches aktuell in der Gutenbergstraße 2 in Nierstein verwirklicht wird. Wie bei diesem ist auch das genossenschaftliche Wohnprojekt eng mit dem Seniorenbüro der Stadt verknüpft“, erklärt Stadtbürgermeister Thomas Günther.

Bei den Vorständen Alfred Dibjick und Peter Kaesberger können ab Mitte/Ende April Genossenschaftsanteile in Höhe von 500 EUR erworben werden. Diese sind nicht übertragbar. Die Anteilseigner werden nach der Reihenfolge ihres Erwerbs bei der Genossenschaft aufgelistet und erhalten mit diesem Ranking die Möglichkeit zur Miete einer Wohneinheit. Bei einer 50 m² großen Wohnung mit einem Quadratmeterpreis von 570 Euro beläuft sich die Investitionssumme auf 28.500 Euro. Wer dies nicht eigenständig aufbringen kann erhält von der Investitions- und Strukturbank Rheinland-Pfalz ein zinsgünstiges Darlehen von 0,5% Jahreszins. Mit den 28.500 Euro wird kein Eigentum erworben. Nach Beendigung der Mietzeit bekommt der Mieter sein eingebrachtes Kapital ausgezahlt. Nähere Informationen gibt es ab Mitte/Ende April im Rathaus der Stadt Nierstein.

„Wir sind froh und dankbar darüber, dass die beiden ehrenamtlichen Vorsitzenden der Genossenschaft, Alfred Dibjick und Peter Kaesberger, in der Sache auf uns zugekommen sind“, unterstreichen Günther und Rüger. Deren Konzept passt optimal in den Entwicklungsprozess von Nierstein“. Umgekehrt betonen Dibjick und Kaesberger, dass Nierstein für sie die erste Wahl war und sich dies nach den ersten Gesprächen mit der verwaltungsspitze gefestigt habe. „Wir wurden ohne wenn und aber empfangen und konnten unsere Idee bei einer sehr aufgeschlossenen Verwaltung vorstellen“. Beide, Dibjick und Kaesberger, werden übrigens auch ihre Anteile dafür einsetzen um in absehbarer Zeit eine Wohnung in der Gutenbergstraße in Nierstein beziehen zu können. Darüber hinaus soll der Sitz der Genossenschaft nach Fertigstellung des Objektes von Hahnheim nach Nierstein verlegt werden.

Norbert Kessel