NACKENHEIM – Mit 36 Zugnummern hatten die Entenbrüder auch in diesem Jahr wieder einen recht großen Umzug am Fastnachtsdienstag organisiert. Dass auch das Wetter mitspielte, war nicht selbstverständlich, denn noch am Morgen hatte es öfter geregnet. Doch als der Zug durch die Nackenheimer Straßen zog, war es trocken und die Sonne ließ sich sogar ab und zu mal sehen. So konnten die Narren den Saisonabschluss trocken und fröhlich feiern.

Wie üblich hatten sich die meisten Zuschauer am historischen Rathaus versammelt und begrüßten die Zugteilnehmer mit fröhlichem Helau. Als Belohnung prasselten Bonbons, Schokoriegel, Papiertaschentücher und vieles mehr auf sie herunter.

Natürlich waren auch VG-Bürgermeister Dr. Robert Scheuer und Ortsbürgermeisterin Margit Grub zusammen mit Mitarbeitern der Verbandsgemeindeverwaltung beim Umzug mit dabei. Ganz im Zeichen des Wahlkampfs für die anstehende Bürgermeisterwahl fuhr Grub auch auf dem Wagen der Jungen Union als Hexenpuppe mit und hatte ihren Konkurrenten René Adler von der FWG in einen Käfig eingesperrt. Dieser Wagen wurde später mit einem Pokal für den „Schönsten Wagen“ belohnt. Ob das ein Indiz für den Wahlausgang im Mai sein könnte?

In Anlehnung an die Mainzer Tradition, eine Zugente mit dabei zu haben, glänzte auch der Nackenheimer Zug gleich mit zwei 2CV-Enten, die von einer Piaggio Ape in Cabrioausführung begleitet wurden. Das war ein witziger Höhepunkt und brachte die Augen der Oldtimer-Liebhaber zum Leuchten.

Bei der anschließenden Feier in der Ringerhalle wurden weitere Pokale vergeben. Die Grundschule wurde als schönste Fußgruppe, „Die kenne mer nett“ für die originellste Idee und die Kindergärten für das beste Motto mit Pokalen bedacht. Außerdem bekam die Katholische Jugend Nackenheim den Jugendpokal, ein „Hund“ die Auszeichnung für die schönste Einzelmaske und schließlich die Gemeindearbeiter einen Sonderpokal für ihren Einsatz rund um den Umzug.

Noch bis in den späten Nachmittag feierten die Narren in und vor der Halle weiter. Auf der Bühne zeigten einige Zuggruppen Kostproben ihres Könnens zur Unterhaltung der Gäste, die von den Ringern dazu wie üblich hervorragend bewirtet wurden. Somit war der Fastnachtsdienstag eine runde und schöne Angelegenheit könnte man glauben.

After-Zug-Party in der Ringerhalle – Foto: Wolfgang Bohrmann

Leider trifft das nicht uneingeschränkt zu, denn rund um die Halle und den Festplatz versammelten sich einige stark alkoholisierte Jugendliche. Die beschränkten sich nicht darauf, sich lautstark in Szene zu setzen. Als einige von ihnen wild urinierten und sich vor Hauseingängen übergaben, drohte die Situation aus dem Ruder zu laufen und konnte nur schwer beruhigt werden. Leider hat sich so auch in Nackenheim die negative Entwicklung wie in anderen Gemeinden in der diesjährigen Straßenfastnacht gezeigt.

Wolfgang Bohrmann