NIERSTEIN-SCHWABSBURG – Nierstein ist für sein Weltoffenheit und für sein Demokratieverständnis bekannt. Von daher war es für Stadtbürgermeister Thomas Günther keine Frage, dem wegen einer Raumnot in Mainz in die Bredouille gekommenen Autor, Thilo Sarrazin, das Bürgerhaus in Schwabsburg für eine Lesung gegen Gebühr zur Verfügung zu stellen. Mehr als 200 Besucher folgten den Ausführungen von Thilo Sarrazin, der aus seinem neusten Buch, „Feindliche Übernahme“ – wie der Islam den Fortschritt behindert und die Gesellschaft bedroht“, vorlas.

Sarrazin beschrieb in der Lesung sachlich seine Ausführungen und belegte diese anhand etlicher Beispiele. Dabei benennt er die durch den Islam geförderte Rückständigkeit, die im Durchschnitt niedrigeren Bildungsleistungen, das Fehlen echter Demokratien in muslimisch geprägten Ländern und den Islam als Integrationshemmnis als solches, der oftmals die einzige Staatsreligion bildet.

Begrüßt wurde der Autor zu Beginn von Stadtbürgermeister Thomas Günther der bei seiner Einführungsrede immer wieder durch Applaus unterbrochen wurde. Er verurteilte dabei die Demonstranten die die Besucher beim Betreten des Saales mit „Nazis“, „Rassisten“ oder „schämt euch“ beschimpften. „Das sind für mich Beispiele der perfekten Intoleranz“, so Günther. Die Demonstranten predigen Weltoffenheit und Demografie nur bei den Belangen die in ihr eigenes Weltbild passen. Andersdenkende werden ausgegrenzt, beleidigt und aufs übelste beschimpft. Ich frage mich, wer ist hier der Feind der Demokratie – der mündige Bürger der sich mit kontroversen Thesen auseinandersetzt oder die engstirnigen Demonstranten die voll und ganz von ihrem Dogma eingenommen sind und keine andere Meinung gelten lassen? Keine der Störer hat den Versuch unternommen mit Thilo Sarrazin ins Gespräch zu kommen und sich sachlich mit ihm auseinander zu setzen.

Für Günther ist klar, sollte er noch einmal so eine Entscheidung treffen müssen, so wird er sich, wenn möglich, immer für den Antragsteller aussprechen. Dies unabhängig von der Person, vorausgesetzt die demokratischen Spielregeln werden eingehalten.

Norbert Kessel