BODENHEIM – „Endlich hat Bodenheim jetzt auch eine LandFrauen-Gruppe“ – so waren die ersten Reaktionen von Bürgerinnen. Und sie gingen hin und traten ein und nach einem Jahr sind sie schon 67 Personen. Sabine Both – Vorsitzende: „Am 14.02.2018 haben wir im Amtsblatt einen Aufruf gestartet, am 23.05. dann unsere Gründung und nun ist schon wieder ein Jahr rum. Und es ist so viel passiert!“ Die LandFrauen waren beim Sängerfest und auch beim Hoffest des Weingutes Gruber mit einer Kuchenstand vertreten, halfen bei der Renovierung des kath. Pfarrzentrums handfest mit, wirkten auch bei den „Adventsfenstern“ von Bodenheim mit – und das alles im Gründerjahr.

Die Gründungsmitgliederinnen der LandFauen

Und sie nahmen sich vor: Der Gründungsvorstand bleibt erstmal nur ein Jahr im Amt – schauen, wie das mit der Zeit klappt, mit der Familie, mit Sitzungen und Arbeitsteilung. Am 21.03.19 fand nun die 2. Mitgliederversammlung statt: Vorsitzende Sabine Both und ihre Stellvertreterin Ute Both, Annette Marks 1. Schriftführung, Vertreterin Stefanie Gruber. Die Kassenführung führen Martina Laue und Marie-Christin Leber durch. Beisitzerinnen sind Carmen Acker, Maria May bleiben, Laura Gill und Heide-Rose Burk.

Sabine Both: „Unser jüngste Mitglied ist 23 Jahre alt, die älteste 78 – wir haben einen Altersdurchschnitt von 37 Jahren. Das sieht man auch am neuen Vorstand. Bei uns sind Zugezogene herzlich willkommen – wir integrieren sie in den dörfliche Gemeinschaft.“

Ziel der LandFrauen ist es, einen Treffpunkt für Frauen anzubieten, Weiterbildung für Frauen im ländlichen Umfeld anzubieten. Daneben auch die Brauchtumspflege – eben die Traditionen der LandFrauen pflegen. Gespräche über die Situation der Frau im ländlichen Umfeld führen, aber auch Gemütlichkeit zu pflegen. Die Bodenheimer LandFrauen sind in ein bundesweites Netzwerk eingebunden und können da auf viele Ressourcen zurückgreifen wir Seminare, Weiterbildung, Reisen uvm.

2019 sollte es ebenso schwungvoll weitergehen wie 2018 endete. Fest steht schnell: Die LandFrauen nehmen am Fastnachts-Umzug in Bodenheim teil. Schnell gesagt, aber … „LandFrauen sind soooo kreativ“ sagt Sabine Both. Sie machten den „Spitznamen“ der LandFrauen zum Thema: Bienchen! Es fanden sich viele „Bienchen“, die als Fußgruppe mitliefen incl. bunten selbstgenähten Bienen-Kostümen. Einen Bienenstock gab es auch – da saß Königinmutter drin und winkte huldvoll den Jecken zu. Und dann heißt es nach dem Umzug auf dem Dolles-Platz: „Den 1. Preis für den kreativsten Motivwagen erhalten die Bienchen der Bodenheimer LandFrauen!“ Wie das aussieht und wie es sich anhört, wenn 19 Frauen jubeln bzw. kreischen, brauch man nicht zu beschreiben…

6 Wochen Nähen – der Nähtrefft startet durch. 10 Frauen, ein Raum, surrende Nähmaschinen, Tische voller Stoffe und Garne und viele Ideen im Kopf. Genäht werden „Herzkissen“, diese sind spezielle Kissen in Herzform, die Brustkrebspatientinnen beim Heilprozess nach der Behandlung unterstützen und entlasten sollen. Sabine Both: „Für uns war klar: Frauen in solcher Situation brauchen Unterstützung und Anteilnahme von anderen Frauen, in unserem Fall in Form der Herzkissen.“

Es gab auch schon ein Fest zu feiern: die Narren des kath. Kirchenchores, der Kolpingfamilie, des Gesangvereins Harmonie und der Bodenheimer LandFrauen – ca. 100 Gäste. Vorträge, Kinderauftritte, Lieder und Gesang – eben ein richtiger Kreppelkaffee.

Kuchenherstellung und –verkauf unterliegt gesetzlichen Auflagen – also bereiteten sich die LandFrauen darauf vor mit einer Hygienebelehrung.

Auch zum Weltfrauen-Tag gab es ein Angebot: Sabine Both: „Ein Tag, der seit 1911 für den immer noch anhaltenden Kampf für Gleichberechtigung und Emanzipation steht. Ein wichtiger Tag für alle Frauen weltweit. Wir baten die Gau Bischofsheimer Autorin Monika Beer, aus ihrem Buch, „Die Schwestern, der Weg und das Meer“ zu lesen.“

Wolf-Ingo Heers