LAUBENHEIM –  Nach dem Bau des evangelischen Gemeindezentrums 1980 tauchte die Frage auf, ob die Erhaltung der in der Bausubstanz stark geschädigten Evangelischen Kirche in der Oppenheimer Straße 6 noch sinnvoll sei. Einen Abriss des Gebäudes wollten einige tatkräftige Laubenheimer Protestanten auf alle Fälle verhindern.  So gründeten sie 1985 den „Verein zur Erhaltung der Evangelischen Kirche“. Plan war, sich um die marode Bausubstanz des 1894 von Adolph Umber errichteten Gebäudes zu kümmern. Der Innen- und Außenputz, durchnässte Wände und die innere Wandverkleidung waren dringend renovierungsbedürftig. Das Dach drohte einzustürzen. Der Innenhof bedurfte einer generellen Überarbeitung und der schwer beschädigte Dachreiter („Glockenturm“) musste ersetzt werden. Nach und nach wurde von den Vereinsmitgliedern in intensivster ehrenamtlicher Arbeit über viele Jahre diesen Missständen zuleibe gerückt. Heute ist das „Kirchlein“ für die 2100 Protestanten in Laubenheim ein adretter „Hingucker“ und ein kleiner Juwel im historischen Ortskern, der sich nach seinem ehemaligen Diaspora-Dasein prächtig entwickelt hat.

Die Kirche in der Oppenheimer Straße – Foto: Privat

Bei der diesjährigen Jahreshauptversammlung des Vereins stellte Vorsitzender Friedhelm Kärcher fest, dass die Renovierungsarbeiten noch lange nicht abgeschlossen sind. Die Planungen für 2019 und 2020 sehen vor, sichtbare Risse in den Ecken und über den Fensterbögen zu beseitigen und dem Kirchenraum einen neuen Innenanstrich zu verpassen. Im Rahmen einer Ortsbegehung mit Fachleuten des Dekanats  wurden zudem bauliche Schwachstellen im Dachstuhl der Kirche festgestellt. Diese bilden zunächst den Schwerpunkt der Planungen. Die Arbeiten sollen dann je nach finanziellen Möglichkeiten in Angriff genommen werden, um das charmante Kleinod als Gottesdienstraum zu erhalten. Zurzeit wird mit Architekten, Bauingenieuren und dem Denkmalamt geklärt, was nötig, machbar und finanzierbar ist. Man wird aber dringend auch auf  Spenden angewiesen sein, da  unentgeltliche Eigenleistungen nur begrenzt möglich sein werden. Zum 25-jährigen Bestehen des Vereins (2010) hatte man eine kleine Feier nach dem Gottesdienst organisiert. Diese Veranstaltung  nannte man bewusst nicht „Fest“ weil der Festcharakter fehlte. Dabei sollte mehr das Miteinander und der Kontakt innerhalb der Gemeinde im Vordergrund stehen. Der Erfolg war aber so großartig, dass man beschloss, jedes Jahr ein „Treffen am Kirchlein“ durchzuführen.   Zu Beginn der diesjährigen Jahreshauptversammlung vermerkte Kärcher erfreut, dass noch 4 Vereinsgründer anwesend waren. Zum 35-jährigen Jubiläum 2020 könne man vielleicht über ein „Festchen“ nachdenken.  2019 stehen außer dem Treffen am Kirchlein am 16. Juni (ab 11 Uhr) noch zwei Führungen der Kultur- und Weinbotschafterin Claudia Stein am 8. Mai und am 17. Juni auf dem Jahresprogramm. Nach dem Bericht des Vorsitzenden und des Kassierers während der Versammlung wurde der Vorstand einstimmig entlastet. Der neue Vorstand setzt sich so zusammen: Vorsitzender Friedhelm Kärcher, 2. Vorsitzender Ottfried Heinrich, Kassierer Hans-Jörg Thomas und Schriftführerin Katrin Hönig.

Klaus Schmitt