LAUBENHEIM – Wie kleine Pfadfinder machten sich neun Gruppen von Laubenheimer Grundschulkindern der 3. und 4. Klassen morgens um 9 Uhr auf den Weg zur Stadtteilrallye in ihrem Vorort. Ausgerüstet wurden sie mit einem von Mitarbeitern/innen des Jugendzentrums ausgearbeiteten Ortsplan und einer Arbeitsmappe mit Fragen über die verschiedenen Anlaufstellen. Die Route wurde zusammen mit den Kindern vor Beginn geplant. Begleitet von Julia Schanz hatte die Gruppe neun Stationen auf dem Programm. Marktplatz, evangelische Kirche, Freiwillige Feuerwehr, Spielplätze „Am Jungstück“ und im „Enggässchen“, katholische Kirche, eine Apotheke und den Longchampplatz. Zu jedem Punkt gab es einen kleinen Fragenkatalog, der beantwortet werden musste. Schon gleich an ihrem ersten Stopp, dem Marktplatz, begannen die fleißigen Rallye-Teilnehmer über der gesamten Platz herum zu wuseln. Die dortigen antiken Sehenswürdigkeiten riefen natürlich größtes Interesse bei der Gruppe hervor. Es gab viele Fragen zu beantworten, u.a. „Wie heißt das Haus auf diesem Platz?“ und „Was stellt die Figur auf dem Marktplatz dar?“ Erstaunlich war dabei das große Interesse der Neun- und Zehnjährigen. Die Spannung war ihnen deutlich anzumerken. „War da früher mal eine Bäckerei drin“, fragte ein Mädel, als ihre Gruppe vor dem historischen Wiegehäuschen stand. „Kann man da rein?“  Daneben gab es hier natürlich noch viel mehr zu erforschen. Viele Antworten konnte ihnen ein zufällig vorbeikommender „Ur“-Laubenheimer geben, der dann gleich mit Fragen überschüttet wurde. Aber eigentlich sollten ja nur „kleine Hilfestellungen“ gegeben werden.  Irgendwann mussten die Betreuer Julia Schanz und Lukas Bug ein bisschen drängen, um zum nächsten Anlaufpunkt zu gehen.

….und in der evangelischen Kirche – Foto: Klaus Schmitt

Dieser war nur 100 Meter weiter das evangelische „Kirchlein“. „Da bin ich getauft worden“, erklärte stolz ein Mädchen aus der Truppe. Erwartet wurden die „Laubenheim-Entdecker“ hier von Friedhelm Kärcher, dem Vorsitzende des Kirchenerhaltungs-Vereins. Auch hier galt es, viele Daten zusammenzutragen und die Fragen zu beantworten. Zum Beispiel: „Welche Lieder wurden hier letzten Sonntag gesungen? “Highlight war  ein kleiner, etwas versteckter Grabstein hinter einem Baum im Vorhof. Den hatte der Erbauer der Kirche, Adolph Umber, seinem „treuen Hund Schneutzi“, gewidmet. Begeistert waren die Drittklässer/innen am Feuerwehrgerätehaus. Dort veranstalteten die Wehrleute ein „Schlauchkegeln“ in Richtung eines Ziels. Danach ging es dann weiter kreuz und quer durch Laubenheim. Betroffenheit erfasste die 3 b beim Anblick eines Steins in der Oppenheimer Straße, der den Fundplatz einer Weltkriegs-Bombe markiert. So gab es an diesem Vormittag auf dem Weg durch den Stadtteil viel Historisches und Gegenwärtiges zu erkunden, aufgelockert durch manch sportliche und lustige Spielchen an den Zielen. Nach vier Stunden war dann alles abgearbeitet. Zur Belohnung gab es für alle Gruppen am letzten Schultag vor den Ferien ein Eis. Die Stadtteilrallye ist eine tolle Einrichtung, bei der die Schulkinder eine Menge über ihren Heimatort lernen.

Klaus Schmitt