NIERSTEIN – Klimawandel und die „Fridays for Future“-Bewegung sorgen auch an der Niersteiner Carl Zuckmayer Realschule plus für Gesprächsstoff unter den Schülerinnen und Schülern. Deswegen wurde die Energieagentur Rheinland-Pfalz als außerschulischer Partner eingeladen, um mit gut 40 Schülern der zehnten Klassen diese Themen aufzugreifen.

Wer freitags während der Unterrichtszeit an einer „Fridays for Future“-Demonstration teilnimmt, muss in Rheinland-Pfalz mit unentschuldigten Fehlstunden rechnen. Matthias Merz, Pädagogischer Koordinator an der Carl Zuckmayer Realschule plus in Nierstein, wollte das Engagement und Interesse seiner Schüler am Thema Klimawandel trotzdem unterstützen. Anne Schuster, Mitarbeiterin im Regionalbüro Mainz der Energieagentur Rheinland-Pfalz, gestaltete daraufhin eine Doppelstunde im Erdkundeunterricht für die Schüler.

In 90 Minuten lernten die Jugendlichen nicht nur viel Neues darüber, was der Klimawandel mit sich bringt, sondern diskutierten auch über „Fridays for Future“. Die Schüler konnten in interaktiven Umfragen ihre persönliche Meinung äußern. Auch wenn der Großteil der Schüler angab, Sorge zu haben, dass die Zukunft durch den Klimawandel beeinträchtigt wird, war die Diskussion um die Demonstrationen groß. Die Meinungen gingen weit auseinander: Einige Schüler waren sich sicher, dass es wichtig ist, ein Zeichen zu setzen, in dem gerade während der Unterrichtszeit die Meinung der jungen Generation lautstark zum Ausdruck gebracht wird. Andere stellten in Frage, ob nicht auch vereinzelt die Gelegenheit zum Schulschwänzen genutzt wird.

In einem Quiz stellten die Schüler ihr Wissen zum Thema Klimawandel und rund um die Energiewende unter Beweis. Nicht nur die richtigen Antworten, sondern auch die Schnelligkeit gingen in die Wertung ein. Während der Gruppenarbeit entwickelten die Schüler zahlreiche Ideen, wie sie selbst zum Klimaschutz beitragen können: ob als Einzelperson, zu Hause in der Familie, in der Schule oder auch gesellschaftlich. Die Vorschläge reichten von reduziertem Fleischkonsum oder Kauf von regionalen und saisonalen Lebensmitteln über bessere Mülltrennung und doppelseitig bedrucktem Recyclingpapier bis hin zum Verzicht auf innerdeutsche Flugreisen.

Um festzustellen, wie hoch der persönliche Kohlenstoffdioxid-Ausstoß tatsächlich ist, erstellte die Klasse zum Abschluss online einen sogenannten CO2-Fußabdruck. Darin werden Lebensweise und Gewohnheiten in Bezug auf Ernährung, Mobilität, Wohnen und Konsum einbezogen und die tatsächlich dadurch verursachten CO2-Emissionen errechnet. Der durchschnittliche CO2-Ausstoß der Deutschen liegt bei knapp zwölf Tonnen CO2 pro Jahr. Die Forderung von „Fridays for Future“ sind zwei Tonnen pro Person und Jahr. Nur mit diesem Wert kann das Ziel, die globale Erwärmung auf maximal 1,5° Celsius zu beschränken, erreicht werden. Das sorgte für einen Aha-Effekt bei einigen Schülern.

Dagmar Schneider