EBERSHEIM – Ein frühsommerlicher Abendhimmel – bizarres Gewölk – angenehme Wandertemperaturen – ein zauberhaftes Ambiente mitten in der Ebersheimer Gemarkung. Alles in allem beste Voraussetzungen für die nächtliche Fackelwanderung, die der Ebersheimer Gewerbeverein aus Anlass der 50. Wiederkehr der Eingemeindung von Ebersheim für den 8. Juni 2019 organisiert hatte.

Und es wurde gut aufgenommen, dieses Angebot. Nach und nach trudelten Alt und Jung auf dem Gelände des unter Denkmalschutz stehenden „Alten Wasserhäuschens“ (1905) ein , versorgten sich mit Fackeln, Flammkuchen und Getränken und plauderten bei dezenter Musik im Hintergrund.

Foto: Ulrich Nilles

Zahlreiche Wanderer – auch aus der Politik

Eine solche Veranstaltung bedurfte umfangreicher Vorbereitung im Vorfeld. In seinem Grußwort bedankte sich Jürgen Alsfasser, Vorsitzender des Gewerbevereins, bei allen HelferInnen, besonders aber bei dem Ehepaar Singer, den Eigentümern des Wasserhäuschens, für die Nutzung des Geländes an diesem Abend. Er begrüßte die anwesenden Wanderer, darunter mit Ortsvorsteher Matthias Gill (Bündnis 90/Die Grünen) und Stadträtin Anette Odenweller (CDU) lokale Politprominenz.

Vor Einbruch der Dunkelheit traf auch das Mainzer Stadtoberhaupt Michael Ebling (SPD) ein. Alsfasser hieß den Oberbürgermeister „als Freund von Ebersheim“ herzlich willkommen. Ebling, der Einladung des Gewerbevereins folgend, hatte es sich nicht nehmen lassen „mitzufackeln“. Er beglückwünschte den Gewerbeverein zu seiner gelungenen Veranstaltung. Die Eingemeindung sei seinerzeit politisch nicht unumstritten gewesen („Liebesheirat oder Zwangsfusion“), er erinnerte aber, dass das rheinhessische Dorf das einzige gewesen sei, das der Eingemeindung zugestimmt habe.

Der Ebersheimer Gewerbeverein bot romantische Stimmung bei seiner Fackelwanderung anläßlich der 50. Wiederkehr der Eingemeindung von Ebersheim – Foto: Twain Wegner

Um zehn Uhr ging es endlich los

Bei Einbruch der Dunkelheit startete die illuminierte Gruppe auf die 3,5 Kilometer lange Wegstrecke durch die Weinberge – ein feuriges Bild vor dem Nachthimmel der Gemarkung. Nicht ganz zu Unrecht im Vorfeld geäußerte, historisch motivierte Bedenken angesichts eines solchen „Fackelzugs“ zerstreuten sich schnell angesichts der familiären Atmosphäre bei diesem Event.

Unterwegs sorgten das Weingut Becker und zwei Raststationen für das leibliche Wohl der Wandergruppe: „Glücksgriffe“ und „Bunte Familienzeit“ sowie der „Radsportverein Mainz-Ebersheim“ und der „Ebersheimer Kerbeverein“, jüngste Vereineinsgründung des Orts, hatten sich zusammengetan, um die Wanderung mitzugestalten. Auch das eigens entfachte Lagerfeuer erfreute sich großer Beliebtheit angesichts der sinkenden nächtlichen Temperaturen.

Und das Fazit

Es war schon nach Mitternacht, als sich die Teilnehmenden auf den Nachhauseweg begaben. Der Gewerbeverein konnte sehr zufrieden sein mit dem gelungenen Abend. Jürgen Alsfasser vergaß nicht, auf das Sponsoring der „Sparkasse Mainz“, der „Wasserversorgung Rheinhessen“ und der „Mainzer Volksbank“ hinzuweisen, ohne deren finanzielle Unterstützung die Fackelwanderung nicht möglich gewesen wäre.

Auf eine Neuauflage im kommenden Jahr, die den Festkalender von Ebersheim um eine weitere Attraktion bereichert, kann man sich nur freuen.

Ulrich Nilles