Eine Messdienerdelegation bedankt sich bei ihrem Pfarrer – Foto: Ulrich Nilles

LAUBENHEIM – Wegen seiner Fastnachtsauftritte bei den „Schwarzen Gesellen“ war er liebevoll als „Jean von Bodenum“ bekannt. Mit seinem verschmitzten Humor, seinem tief verwurzelten Glauben und seinem unermüdlichen Gottes-Dienst prägte er 14 Jahre das Gemeindeleben. Am 30. Juni 2019 verabschiedete sich Dompräbendat Pfarrer Gerold Reinbott von seiner Gemeinde Mariae Heimsuchung in Mainz-Laubenheim in den Ruhestand.

Am Ende der feierlichen Heiligen Messe erklang das Marienlied „Die Schönste von allen“, äußeres Zeichen für die innere Verbundenheit des Priesters Gerold Reinbott mit der Schönstattbewegung. Zuvor hatte ihm Pfarrer Michael Ritzert das Dekret des Mainzer Bischofs Peter Kohlgraf überreicht, das ihn von seinen Aufgaben als Pfarrer der Pfarrei Mariae Heimsuchung entpflichtete. Damit entsprach der Bischof dem Wunsch Reinbotts, sein Arbeitspensum aus gesundheitlichen Problemen radikal reduzieren zu können.

1976 von Kardinal Volk zum Priester geweiht, feierte der gebürtige Bodenheimer am 30. Mai in seiner Heimatpfarrei St. Alban Primiz. Sein Primizspruch lautete: „Wir sind nicht Herren über euren Glauben, sondern Helfer zu eurer Freude“ (2 Kor 1,24). Nach mehreren Stationen als Kaplan übernahm er ab 1981 Pfarreien im Hessischen. Vierzigjährig drückte er zwischen 1992 und 1994 nochmal die Schulbank und erwarb das Lizentiat in Kanonischem Recht. Nach elf Jahren als Vizeoffizial in Mainz wurde Reinbott 2005 zum Pfarrer von Laubenheim berufen.

Nach 14 Jahren Tätigkeit verabschiedet die katholische Gemeinde Pfarrer Reinbott im Pfarrsaal von Laubenheim – Foto: Ulrich Nilles

In einer akademischen Feier im Pfarrzentrum, musikalisch umrahmt durch das Kammermusikensemble Laubenheim, brachten Jung und Alt ihre Dankbarkeit zum Ausdruck für all das, was ihr Pfarrer in den zurückliegenden Jahren geleistet habe.

Reinbotts Nachfolger im Amt, Pfarrer Christian Nagel und Pfarrer Peter Lauer von der Priestergemeinschaft, nannten ihn einen Freund, Ansprechpartner und Ratgeber. Verwaltungsrat Peter Haeffner hob seine Hartnäckigkeit bei allen (Bau-)Vorhaben hervor, ganz besonders bei der Initiative für eine neue Kirchenorgel. Ortsvorsteher Gerhard Strotkötter (SPD) überbrachte die besten Wünsche des Oberbürgermeisters und würdigte seine segensreiche Arbeit für Laubenheim. Pfarrerin Karin Meier bedauerte sein Ausscheiden und dankte ihm für die kollegiale Zusammenarbeit.

Das Küsterteam und die Bücherei betonten das Vertrauen und die gegenseitige Verlässlichkeit. In seine Erwiderung bezog Reinbott alle ehrenamtlichen Dienste der Pfarrei ein, von denen er wusste, dass er sich auf sie verlassen konnte.

Sein besonderes Verhältnis zur Jugend, für die er stets ein offenes Ohr hatte, kam in den Beiträgen der Katholischen jungen Gemeinde (KjG) und der Messdiener zum Ausdruck. Die ca. 50 jungen Menschen nannten die Romfahrten und die Zeltlager-Gottesdienste die coolsten Erlebnisse mit ihrem Pfarrer. Der antwortete ihnen: „Es war mir eine Freude, Euch wachsen zu sehen.“

Seine besondere Beziehung zur Musik vergalten ihm die Jugendband und die Happy Voices sowie der Kirchenchor unter der Leitung von Tobias Keil. Den hatte Reinbott im Alter von 14 Jahren an die Kirchenorgel geholt und gefördert. Und die Gemeinde im bis auf den letzten Platz besetzen Saal begleitete ihn mit irischen Segenswünschen in den Ruhestand.

Matthias Keil als Alter Ego von Gerold Reinbott – Foto: Ulrich Nilles

Und wie konnte es anders sein: der Schwarze Obergeselle Matthias Keil schlüpfte in die Rolle des „Jean“ und brachte die Versammlung zum Lachen.

Sehr persönlich waren die Abschiedsworte von Gemeindereferentin Diana Schneider. Bei allem Einsatz und neben allen Aufgaben für die Pfarrei habe er als Priester stets ein Leben in Bescheidenheit und mit Blick auf Jesus Christus geführt.

Reinbotts Bitte, statt persönlicher Geschenke eine Spende an das Schönstattzentrum Belmonte Rom zu richten, spiegelt dies wider. Er werde weiterhin in Mainz und als Vertretungspfarrer tätig sein, richtete Reinbott letzte Worte an seine Laubenheimer Schäfchen. Im persönlichen Gespräch gab er ihnen mit auf den Weg, sie sollen sich an ihrem Glauben freuen.

Ulrich Nilles