NIERSTEIN – Seit einiger Zeit geben sich Gäste aus der Volksrepublik China im Rathaus der Stadt Nierstein die Türklinke in die Hand. Am 7. August durfte Stadtbürgermeister Thomas Günther eine Besuchergruppe der Jiangxi University of Science and Technology in der Riesling City empfangen. Die zwanzigköpfige Delegation unter der Leitung von Herrn Yang Bin, Rektor der Jiangxi University of Science and Technology, zeigte sich interessiert vom Weinbau in Deutschland und insbesondere in Rheinhessen. Fragen nach der Flurbereinigung, der Größe des Anbaugebietes, der Rebsorten welche in Rheinhessen angebaut werden, bis hin zur Kellertechnik und der Vermarktung wusste Stadtbürgermeister Thomas Günther zu beantworten. Auch informierte Günther die Besucher aus Fernost über seine Chinaaufenthalte im vergangenen Jahr und im vorletzten Jahr. Bekanntermaßen war Günther mit einer Abordnung aus Nierstein auf Einladung der Zentralregierung zu Gast in der Provinz Hebei, die gleich wie Rheinhessen den Weinbau als Wirtschaftszweig auszuweisen hat. Die Provinz Jiangxi, im Südosten von China, mit einer Fläche von 166.900 km² und 46 Millionen Einwohnern, ist durch große Reisfelder, Flüsse und Berge geprägt. Ihr Zentrum bildet das Tal des Flusses Gan, in dem mehrere große, den Norden und Süden verbindende Handelsrouten zusammenliefen. Jingdezhen im Nordwesten war über 1.000 Jahre lang ein Zentrum der Porzellanherstellung. Momentan wandelt sich die Provinz wegen ihres großen Reichtums an Bodenschätzen. Abgebaut werden überwiegend Aluminium und Silizium. Die Provinz Jiangxi deckt aktuell rund 90 % des weltweiten Siliziumbedarfs. So ist seit einigen Jahren ein dynamischer Wandel der Provinz Jiangxi von der traditionellen Landwirtschaft und der Fischerei hin zu Hightech Industrialisierung zu registrieren. Industrie 4.0 so dass Stichwort des dortigen Umbruchs, verbunden mit einem der höchsten Umweltstandards weltweit.

Foto: Norbert Kessel

Günther überreichte seinen Gästen ein Weinpräsent vom Roten Hang und eine Nierstein-Fahne verbunden mit der Bitte, Rektor Bin möge diese an seinem Universitätsgebäude hissen. Dieser wiederum hatte für Günther eine kostbare Porzellanschale mit im Gepäck, und zwar aus der Manufaktur, die bereits für die Ming-Ära Porzellangegenstände fertigte. Neben dem Gastgeschenk erhielt Günther eine weitere Einladung zu einem Chinabesuch, nämlich in die Provinz Jiangxi in der auch die Universität von Rektor Bin beheimatet ist.

Norbert Kessel