BODENHEIM/SANSIBAR – Sansibar – da war doch ‚was? – Sylt – Helgoland – Achim Reichel – Alfred Andersch. Liegt das nicht …? Und was kann man da…? Und wie verständigt man sich da überhaupt?

Stone Town, Sansibar

Eigentlich fing alles ganz harmlos an. Auf der Suche nach Lektüre stieß ich in der Buchhandlung Ruthmann auf „Sterne über Sansibar“. Einmal angefangen ließ mich die abenteuerliche Geschichte der Sultanstochter Sayyida Salima bint Said, später Emily Ruete, nicht mehr los. „Da muss ich hin“, sagte ich mir und recherchierte im Netz: Sansibar – Inselgruppe im Indischen Ozean – ca. 7.000 Kilometer entfernt – strahlendweiße Strände, türkisfarbenes Meer – wechselvolle Geschichte – Stone Town: Unesco-Welterbe – Sprachen: Swahili, Englisch.

Unter den Reiseveranstaltern entdeckte ich eine kleine Agentur, die ein sehr reichhaltiges attraktives Programm anbot. Zehn Tage, die eine Hälfte in Stone Town, die andere an der Südwestspitze der Insel. Dazu die Möglichkeit, Grundkenntnisse in Swahili zu erwerben. Meine Entscheidung war gefallen!

Anfang September dann der Abflug von Frankfurt. Bereits auf der Fahrt vom Kisauni Airport zum Hotel tauchte ich in eine andere Welt ein: tropische Temperaturen, exotische Flora, fremde Gerüche, dunkelhäutige Menschen. Diese Eindrücke verstärkten sich beim ersten Abendspaziergang durch das enge und verwinkelte Gassengewirr von Stone Town. Und das meistgehörte Wort dieser Tagen war „Karibu“, was je nach Zusammenhang „Willkommen!“, „gerne“ und bei den Händlern der zahlreichen (Andenken-)Läden „Tritt ein!“ bedeutet.

Zutraulich: die Roten Kolobus Affen im Jozani Forest – Foto: Ulrich Nilles

Die folgenden Tage waren sehr abwechselungsreich:

  • Historische Stadtführung durch Stone Town mit seinen orientalischen Türen und Reminiszenzen an Prinzessin Salme.
  • Tagesfahrt auf Prison Island mit seinen Riesenschildkröten
  • Besuch des Cultural Arts Centre Zanzibar
  • Beobachtung der Bootsbauer von Dhows, den traditionellen Segelbooten
  • Mittagessen bei Lukmaan, einem Restaurant mit lokalen Spezialitäten
  • Flanieren durch den Forodhani-Garden, Duft von frisch zubereitetem Fisch
  • Abendkonzert in der Dhow Countries Music Academy, traditioneller Taarab-Musik.

Und natürlich die angekündigten Schnupperstunden in Kiswahili, einer Sprache mit einem für Mitteleuropäer ungewohnten Sprachsystem. Das hat richtig Spaß gemacht.

Vor dem Ortswechsel an die Küste fand eine Exkursion zu einer Gewürzfarm statt. Der zweite Name Sansibars als Gewürzinsel entstand dadurch, dass die Sultane zu Anfang des 19. Jahrhunderts Nelkenbäume auf die Insel importierten. Um 1860 existierten dort ca. 50 Gewürznelken-Plantagen. Mit dem Nelkenhandel erwirtschafteten sie horrende Gewinne, die ausschließlich der Oberschicht einen höchst fragwürdigen Wohlstand bescherten: diese ließ ca. 8.000 Sklaven auf den Farmen für sich arbeiten.

Auf der Spice Farm: Gewürze, Gewürze, Gewürze – Foto: Ulrich Nilles

Im Hotel bei Kizimkazi angekommen genoss ich zu allererst den sagenhaften Ausblick auf den Indischen Ozeans, der hier gezeitenabhängig ist.

Auch im Süden der Insel erwarteten mich wieder eindrucksvolle Angebote:

  • Besichtigung der ältesten Moschee an der Swahiliküste sowie einer rituellen Höhle
  • Spaziergang durch den Jozani Forest mit Mangrovenwäldern und den auf Sansibar endemischen Roten Kolobus Affen.
  • Besuch des Zanzibar Butterfly Centre’s und des Fukuchani Meerwasseraquariums.

Und natürlich durfte die romantische Bootsfahrt bei Sonnenuntergang nicht fehlen; Ende 18.30 Uhr, denn dann wird es schlagartig dunkel in den Tropen.

Typisches Portal in der Altstadt Stone Town – Foto: Ulrich Nilles

Nach zehn Tagen zurück in Bodenheim war ich um einige Sprachkenntnisse, viele Eindrücke und noch mehr Fotos reicher. Unterbringung, Verpflegung und Betreuung waren perfekt, der Preis angemessen und die Menschen auf der Insel ausgesucht freundlich.

Gerne gebe ich hier ein paar Empfehlungen weiter, die den Reisegenuss erhöhen können. Neben den erforderlichen Impfungen ist eine gut sortierten Reiseapotheke vorteilhaft. Ganz oben auf der Liste sollte dabei „Montezumas Rache“ stehen. Das keimbelastet Leitungswasser ist für Magendarm-Trakt von Mitteleuropäern ungenießbar, Flaschenwasser daher alternativlos, selbst beim Zähne putzen. Wegen der senkrechten! Sonneneinstrahlung benötigt man ausreichenden Hautschutz, beim Aufenthalt im (Meer-)Wasser evtl. sogar ein übergestreiftes T-Shirt.

Aber die wichtigste Empfehlung ist: Karibu sana Zanzibar!

Ulrich Nilles

Ulrich Nilles mit Nithan und Irfaan, den Kindern zweier befreundeter Familien am Strand von Kizimkazi, Süd-Sansibar – Foto: Reiseagentur Kolekole, Sansibar