Foto: Julia Neuroth

LAUBENHEIM – Vor gut einem Jahr saß der Vorstand des Fördervereins der Grundschule Mainz-Laubenheim zusammen und überlegte, wie das 20-jährige Jubiläum des Vereins mit allen Kindern der Grundschule gefeiert werden könnte. Hier wurde die Idee zur Zirkuswoche geboren. Angebote wurden eingeholt, das Kollegium eingebunden, vor Ort Termine mit der Verwaltung wahrgenommen und Verträge geschlossen.

Je näher die Zirkuswoche rückte, um so rühriger wurden die Lehrerinnen und stellten ein buntes Potpourri aus schulischen Inhalten zum Thema Zirkus zusammen wie Wahrscheinlichkeitsrechnung mit verschiedenen Clownsgesichtern, Reportagen für die Zirkuszeitung, Leseübungen zum Thema Zirkus, Kunstprojekte mit Collagen oder Gewichthebern als Motiven. Die Eltern standen parat, um Hilfsdienste zu übernehmen und der enge Arbeitskreis um Fördervereinsvorstand und Schulelternbeirat organisierte nicht nur die Verpflegung, sondern auch den kompletten Kartenverkauf, die Logistik mit dem Zirkus auf dem Sportgelände und die Helfereinsätze. Ein Projekt, welches viel Energie und Zeit kostete.

Und wofür das alles? Diese Frage stellte sich keiner mehr, als die Projektwoche am Montag startete und das Zirkusunternehmen Regenbogen den Kindern erst die einzelnen Programmpunkte angefangen von den Clowns, den Akrobaten über die Zauberer, Jongleure, Seiltänzerinnen, Trapezkünstlerinnen und Feuerschluckern präsentierte und die Kinder dann wählten, in welche Rolle sie für den Rest der Woche schlüpfen wollten. Aus einem Zappelphilipp wurde beispielsweise ein toller oberster Mann in der Pyramide mit Konzentration und Körperspannung, auf dessen Leistung nicht nur der Schüler selbst stolz war sondern fast im gleichen Maß auch seine Lehrerin! Aus zurückhaltenden Jungs wurden Feuerkünstler und mancher wuchs als Clown über sich hinaus. Die Woche war geprägt von Respekt und der Erfahrung, dass man eine Menge auf die Beine stellen kann – Dinge, die man wenige Tage zuvor nicht für möglich gehalten hatte.

Foto: Julia Neuroth

Zirkusdirektor Lagrin und sein Team waren mit Herz bei der Sache und das übertrug sich auf alle Schülerinnen und Schüler, die mit enormer Disziplin und Begeisterung auf die Vorstellungen am Donnerstag und Freitag hinarbeiteten. Das Ergebnis machte manchen Zuschauer sprachlos. Wunderbare Eindrücke vom eigenen Kind, aber auch von den einzelnen Gruppen, die alle altersgemischt von der 1 bis 4 Klasse agierten und der Schulgemeinschaft als Ganzem werden allen Beteiligten in Erinnerung bleiben. Der Förderverein wünschte sich ein „Geburtstagsgeschenk“ bei dem alle 280 Schülerinnen und Schüler der Grundschule eingebunden werden. Ein Geschenk, bei dem bestehende Rollen der Kinder aufgebrochen werden, Teamgeist gestärkt, das aufeinander Zugehen gefördert und die Erfahrung gemacht werden kann, dass es lohnt, sich etwas zu trauen und auf seine Ziele hin zu arbeiten. Bekommen haben wir all das – und das auch noch mit einer gehörigen Portion Zauber und glänzenden Kinderaugen!

Julia Neuroth

Foto: Julia Neuroth

Foto: Julia Neuroth

Foto: Julia Neuroth