Oma Maria, Albert und Magda (v.l.n.r.) – Foto: Klaus Schmitt

GAU-BISCHOFSHEIM – Die Slapstick-Komödie „Kohle, Moos und Mäuse“ beginnt mit dem auf dem Land essentiellen Problem, wer den stärksten Traktor hat. Mit der Beantwortung dieser Frage werden auf dem Land gesellschaftliche Positionen abgeklärt. Jedenfalls ist Bauer Albert (Jürgen Furrer) die nächtliche Rallye und das anschließende Besäufnis mit Nachbar-Bauer Otto (Bernd Wehrum) nicht sonderlich gut bekommen. Er beschließt mit Ehefrau Magda (Christine Engelhardt) eine „Heiltherapie“ für den leicht unterbelichteten Sohn Michel (Lukas Engelhardt) in die Wege zu leiten. Dieser kann nämlich nur ein Loch graben und tags darauf wieder zuschütten. Drum soll er von dem windigen, heuchlerischen Viehhändler Erich (Michel Bucher) der dubiosen und geldgeilen Lolita (Simone Körner) „zugeführt“ werden, damit die einen „richtigen Kerl“ aus ihm macht.

Erich soll auch den kranken Hofhund mit einem Schussapparat von seinen Qualen erlösen. Leni (Katharina Wuttke), die mental etwas zurückgebliebene Magd des Nachbarbauern, hatte vorher den „Giggel“ mit der Mistgabel entsorgt, weil er auf einem armen „Hinkel“ hockte. Nachdem Erichs Schuss gefallen ist, glaubt Leni und die schwerhörige Oma Maria (Alexandra Lasrich), dass es Michel traf, der seitdem verschwunden ist. Maria wird ihr ganzes Leben von Unglücken verfolgt. “Oh Elend, oh Elend!“ ist ihr Standard-Satz.

„Michel“ – Foto: Klaus Schmitt

Leni informiert den leicht unterbelichteten aber engagierten Dorfpolizisten Heinz (Michael Knab) über den vermeintlichen Mord an Michel. Dieser nimmt sofort die Ermittlungen auf und nimmt Albert und Magda „im Namen des Gesetzes“ kurzerhand fest. Jetzt taucht „casual dressed“ (mit Fliege) der Lotterieinspektor Reichmacher (Mathias Böhm) auf. Er will Michel einen Scheck über eine Million überbringen, den dieser gewonnen hat. Otto und seine Frau Rosa (Bärbel Malisius) wittern die große Chance, an Geld zu kommen. Rosas Lieblingssatz ist „Geld habbe mer koons!“ den sie gebetsmühlenartig immer wieder herunterleiert. Leni muss jetzt Michel in dessen Klamotten spielen.

Sie will sich von dem Gewinn „en große „Wollufwiggelapparat“ kaufen. Der „Lotteriedirektor“ wird dermaßen abgefüllt, dass er den Schwindel nicht bemerkt. Leni bekommt den Scheck, verliert ihn aber dämlicherweise im Hühnerstall und die Hühner zerpicken ihn anscheinend. Michels Eltern haben den Gesetzeshüter außer Gefecht gesetzt, kommen in den Hof zurück und erfahren von Michels Glück. Auch Viehhändler Erich und seine Bekannte, die männermordende Lolita, die aus Michel einen „richtigen Kerl“ machen soll, sind scharf auf die Kohle. Doch auch sie bekommen Lenis gnadenlose Mistgabel zu spüren. Der „bleede Giggel uf dem Hinkel“ verfolgt sie traumatisch. Eine wirre Sucherei nach dem verlorenen Sohn setzt ein. Eine Kiste mit wertvollem Inhalt, die bei dem Formel-1-Traktorrennen während der Nacht herausgepflügt wurde, sorgt für weitere Irritationen. Dann tauchen Michel und die scharfe Lolita alleine auf. Diese ist unheilbar heiß auf dessen Gewinn ist und verlangt von ihm „Kohle, Moos und Mäuse“. Der bedrängte Michel reagiert darauf nur mit Unverständnis. Als alle Protagonisten wieder auf dem Hof sind, findet Leni den Scheck. Die „Hinkel“ hatten nämlich nur ihren Liebesbrief an Michel zerstückelt und nicht den Scheck. Die gefundene Kiste gehört Otto. Nun ist die Rechtmäßigkeit der Ansprüche festgestellt. Michel kriegt den Scheck und Otto die Schatzkiste. Leni taucht wieder auf und will nicht mehr nach USA auswandern, worüber sich Otto und Rosa sehr freuen. Jetzt herrscht Friede zwischen den benachbarten Bauern, die nun in Saus und Braus leben können.

Leni, Rosa, Otto, Heinz, Maria, Magda, Albert (v.l.n.r.) – Foto: Klaus Schmitt

Regisseurin Maria Eifler hat wieder einmal mehr mit der Premiere ein tolles Stück für „Bischems Fidele Brüder“ inszeniert. Insgesamt fünf Mal hebt sich der Vorhang pro Spielzeit für das bestens eingespielte und kultige Ensemble vor über 800 Zuschauern im Bürgerhaus.

Klaus Schmitt

 

 

 

Das Erfolgsensemble (Maria Eifler, mittlere Reihe links) – Foto: Klaus Schmitt