BODENHEIM – 5.000 Flyer, Anzeigen in den lokalen Printmedien, Plakate, Mund-zu-Mund-Propaganda: der Aufwand hatte sich gelohnt. Über 500 Besucherinnen und Besucher strömten am zweiten Sonntag des neuen Jahres zum traditionellen Neujahreskonzert des Bodenheimer Blasorchesters BOB in der Sport- und Festhalle am Guckenberg.

Vor Konzertbeginn

Bereits eine Stunde vor Beginn bewies das BOB seine Gastfreundschaft. Zahlreiche Helferinnen und Helfer aus dem Kreis der Freunde und Förderer bewirteten das Publikum mit Kaffee, selbstgebackenen Kuchen, Herzhaftem und Goldenem.

Das Kuchenbuffet zog die Zuschauer an – Foto: Ulrich Nilles

Und um 16.00 Uhr hieß es dann „Vorhang auf“ für einen fast dreistündigen Marathon durch die Blasmusikliteratur. Unter der bewährten Leitung von Stefan Menges wurde der musikalische Querschnitt schwungvoll mit dem Astronauten Marsch eröffnet .

In seiner Begrüßung freute sich Wolfgang Kirch über das zahlreich erschienene Publikum und wünschte allen gute Unterhaltung. Besonders nannte er den Hausherrn, Ortsbürgermeister Thomas Becker-Theilig und den katholischen Pfarrer Kollar. Auch die Politik war prominent vertreten durch Jan Metzler (MdB), Thomas Barth (MdL), den 1.Beigeordnete der VG Bodenheim Rene Nauheimer und durch den Vorsitzenden des Kreismusikverbands Rheinhessen Marc Kaden.

Der Event

Und dann ging es musikalisch Schlag auf Schlag weiter. Professionell moderiert von Kurt Sell spielten sich die 40 Musikerinnen und Musiker mit Arrangements für Blasorchester von Jubilance, Borsicka, Perfect und dem Concerto d’Amore in die Herzen des Publikums. Mal mitreißend, mal verträumt, mal besinnlich-verhalten.

Zwischendurch wurde es feierlich. Für seine 50-jährige Mitgliedschaft im Landesmusikverband – alleine 33 Jahre davon in Bodenheim – ehrte Wolfgang Kirch den moderienden Baritonsaxophisten Kurt Sell, der dafür herzlichen Beifall erhielt.

Die Jugend stand den Großen in nichts nach – Foto: Ulrich Nilles

Nach einer kurzen Umbaupause zeigte der musikalische Nachwuchs, verstärkt um erfahrene Jungmusiker, sein Können. Seit mehr als 40 Jahren unter der Leitung von Romuald Mussleck stand das 20-köpfige Jugendorchester den Großen in nichts nach. Mit Elan musizierte es den Evergreen Birdland, Probier’s ‚mal mit Gemütlichkeit aus dem Dschungelbuch, A Thousand Years und Louis Armstrongs Wonderful world.

Abbildung: BOB Bodenheim

Charmant stellte Maria Kreck das Ensemble vor und lud zu den wöchentlichen Proben mittwochs von 18.00 bis 19.00 Uhr ins Vereinsheim ein. Einer weiteren 20-minütigen Unterbrechung folgte Populäres im besten Sinne des Worts. Mit Titeln von Status Quo, Boney M und Hits aus den 80er Jahren heizte das BOB die Halle ganz schön ein. Einen besonderen Platz räumte das BOB dem jüngst verstorbenen Schlagerstar Karel Gott ein mit seinem unvergessenen Song „Einmal um die ganze Welt“. Kein Wunder, dass das tosend applaudierende Publikum vehement eine Zugabe einforderte. Diese kam dann auch im Doppelpack.

Abbildung: BOB Bodenheim

Festschrift

Das Jubiläumsjahr 2019 abrundend stellte Kirch die Festschrift zum 100-jährigen Bestehen des BOB vor. Maßgeblich an der Erstellung beteiligt waren neben dem dreiköpfigen Vorstand die aktiven Vereinsmitglieder Anne Holdenried, Christoph Friedrich, Kurt Sell, Heinz-Werner Spenkuch und Niklas Theis als Jugendvertreter. Bis Ende Januar 2020 wird die Broschüre an alle Bodenheimer Haushalte verteil sein.

Planung 2020

„Nach dem turbulenten Jubiläumsjahr werden wir 2020 ein normales Jahr ohne zusätzliche Termine haben „, äußerte Wolfgang Kirch. Zunächst findet am 19. Februar die Generalversammlung des BOB im Vereinsheim statt. Höhepunkt wird das alljährliche Sommerfest auf dem Gelände des Vereinsheims mit der traditionellen Bierprobe am Vorabend sein. Schon jetzt sollte man sich den 15./16. August 2020 im Kalender vormerken. Am 22. November heißt es dann wieder, ganztägig intensiv proben, um beim Neujahrskonzert 2020 überzeugen zu können. Darüber hinaus wird man das BOB auch bei vielen weltlichen und kirchlichen Auftritten sowie bei den Hoffesten in Bodenheim und Umgebung hören können. Ein internes Vorhaben beweist, welch hohen Stellenwert der Verein dem Ziel, Gemeinschaft zu genießen, beimisst: alle Vereinsmitglieder werden in einer Klausurveranstaltung das Vereinsleitbild überarbeiten und auffrischen. „Wir wollen, dass unsere Mitglieder dieses Leitbild leben“, so Wolfgang Kirch unser Gespräch abschließend. Schön, dass es in unserer individualisierten Zeit solche Vereine gibt!

Ulrich Nilles