LAUBENHEIM – Sie zwitschern immer noch fleissig, die „Umbenannten Laubenheimer Kohlmeisen“, genannt ULK, auch im neunzigsten Jubiläumsjahr. Beim diesjährigen Ordensempfang wurde diese Zahl jedoch getoppt: In der Bütt stand nämlich Willi Steinbrech, der 91-jährige Grandseigneur der Meenzer Fassenacht. Mit seinen Wortspielereien und seiner brillanten Eloquenz hat der ehemalige „Schlappeflicker“ auch  heute noch alle närrischen Säle voll im Griff.

Willi Steinbrech – eine Fastnachts-Legende – Foto: Klaus Schmitt

Stehende Ovationen dankten „dem Willi“, der in seinen langen aktiven Fassenachts-Jahren in den Olymp des größten Mainzer Volksfests aufgestiegen und mit den höchsten Auszeichnungen versehen ist. Nach dem Einzug der Mombacher Prinzengarde erschall schon nach fünf Minuten das erste „Olé Fiesta“, noch bevor Präsident Uwe Merz mit launigen Worten die närrischen Besucher begrüßte.  Im Publikum sah man Gardisten aller Couleurs, viele vierfarbbunte Outfits und eine große Anzahl höchstdekorierter Fastnachter. Für rasanten Rock ‘n‘ Roll auf der Bühne sorgten die Bodenheimer „Alten Weiber“, deren (selbstgewählter) Name eine absolute Fehlbezeichnung ist. „Babbelschnut“ Sabine Mekky lästerte heftig aus der improvisierten Bütt über alte Klassenkameradinnen. Deren Aussehen und Dialoge waren bei Klassentreffen ein Graus für sie. Den Großteil der Veranstaltungen nahmen unzählige Ehrungen für verschiedenste Verdienste um den Klub ein. Uwe Merz zeichnete dabei Komitee-Aspiranten, neue Komitee-Vollmitglieder, langjährige Mitglieder und neue Unterstützer des Vereins aus, die jetzt dem Freundeskreis angehören und sich so im Kreis der Ulker-Familie etablieren. Gefühlte 111 Geehrte nahmen dabei gefühlte 1111 Auszeichnungen entgegen. Ein Höhepunkt war der Auftritt des MCC-Prinzenpaares , Jacqueline I. sowie Heinrich II., die den Ulkern einen huldvollen Gruß übermittelten.

Das charmante Prinzenpaar des MCC – Foto: Klaus Schmitt

Den Abschluss der geselligen Stunden bildete der „Mainzer Mischungschor“. Zwanzig Gardisten, alle aus unterschiedlichen Garden, haben sich dabei zu einem Chor zusammengefunden und gaben bekanntes Mainzer Fassenachts-Liedgut („Im Schatten des Doms“, „Meenz bleibt Meenz“) zum Besten. Mit dem närrischen Ordensempfang gelang den Ulkern ein stimmungsvoller Einstieg in die Höhepunkte der Kampagne.

Klaus Schmitt