LAUBENHEIM – Seit Wochen steht das gesellschaftliche Leben still, Veranstaltungen werden abgesagt, die Menschen sollen zuhause bleiben. Für die Sportvereine bedeutet das: Kein Training, keine Wettkämpfe, keine Einnahmen – das Aus für das Vereinsleben?
In der Reihe „Wie geht’s eigentlich…“ des Journal LOKAL haben die Vereine die Chance, ihren Mitgliedern zu zeigen: Wir sind immer noch für Euch da!
Martin Graw, 1. Vorsitzender des SAV Mainz-Laubenheim: 
Der Kontakt zu den Mitgliedern, von Vorstandsseite aus, funktioniert wie gehabt per Email. Aber dies betrifft ja praktisch nur den formalen Teil. Digital angeboten werden bei uns momentan zwei Dinge:
Zum einen hat unsere Fitnesstrainerin Milunia Fadl einige Videos erstellt; Themenkomplex sind Autogenes Training, Tanzspaß für Kids ab 3 Jahren, Workout für die ganze Familie, sowie Zumba für verschiedene Kenntnisstände. Diese Videos stehen in einer Cloud; der Link wurde unseren Mitgliedern per Email geschickt.
Digitales Training

SAV-Trainerin Antoaneta Kiselichka schickt den Sportakrobaten per WhatsApp alle zwei Tage Videos, damit sie fit bleiben. Foto: Martin Graw.

Für die Akrobaten hat unsere ehemalige, mittlerweile wieder in ihrer bulgarischen Heimat lebende Trainerin Antoaneta Kiselichka eine WhatsApp-Gruppe gegründet. Dort postet sie ca. alle 2 Tage ein Video. Inhaltlich wechselt sie von einem allgemeinen Workout über spezielle akrobatische Grundlagentrainings bis hin zu choreografischen Übungen, um unsere Sportakrobaten fit zu halten.
Zu den Veranstaltungen: Die geplante Stadtmeisterschaften HipHop Anfang Mai haben wir abgesagt. Auch die Landesmeisterschaften der Sportakrobatik Ende März fielen aus. Die nächste Entscheidung muss demnächst fallen: Ende Juni ist ein Nachwuchsturnier Sportakrobatik geplant. Hier stehen aber auch Überlegungen im Raum diesen Wettkampf in einem anderen Rahmen stattfinden zu lassen, da die Akrobaten wenig bis kaum trainieren konnten. Da werden wir aber zunächst mindestens das nächste Treffen der Bundeskanzlerin mit den Ministerpräsidenten am Dienstag nach Ostern abwarten. Ende Oktober würde dann der Internationale Gutenberg Pokal anstehen. Zu diesem haben wir bereits Interessenten aus Süd-Afrika. Ende des Jahres dann der Klaus Spengler Pokal.
Zum Finanziellen. Sofern unsere Wettkämpfe – insbesondere der Gutenberg Pokal – ausfallen, dann reißt das natürlich ein großes Loch in unsere Kalkulation. Existentielle Sorgen erwarten wir aber nicht. Zum einen haben wir in der Vergangenheit immer sehr vorausschauend und wirtschaftlich gearbeitet. Zum anderen fallen durch die ausfallenden Trainings parallel auch Trainerhonorare weg.
Unsere Mitglieder zeigen sich absolut solidarisch. Es gibt keine Anfragen zur Aussetzung von Mitgliedsbeiträgen. Der Landessportbund informiert alle Vereine, dass dies rein rechtlich auch nicht statthaft ist; diese Info hatten wir unseren Mitgliedern aber nicht weitergeleitet. Wir hoffen und denken, dass sich dies über den Vereinsgedanken automatisch regelt.
Je nachdem wie viele Veranstaltungen noch ausfallen, werden wir unseren Mitgliedern aber selbstverständlich die – in vielen Vereinen mittlerweile meist üblichen – Helferstunden in diesem Jahr ganz oder auch teilweise erlassen. Wenn wir keine Möglichkeiten zum Helfen anbieten, dann erwarten wir auch keine finanzielle Gegenleistung wenn unsere Mitglieder keine Stunden ableisten können. Aber auch das versteht sich von allein.