BODENHEIM – Mitte März 2020 reagierten Bundesregierung und Länderchefs auf die flächendeckende Ausbreitung des Corona-Virus mit erheblichen Beschränkungen im öffentlichen Bereich. Bereits am 23. März 2020 startete die Ortsgemeinde mit der „Corona-Hilfe Bodenheim“ ein umfangreiches Hilfsprogramm. Federführend hierbei waren die Caritas-Quartiersbeauftragte Kerstin Thieme-Jäger und Ortbürgermeister Thomas Becker-Theilig (SPD), der sich den Fragen von „Journal Lokal“ stellt.

Herr Becker-Theilig, ein derart umfangreiches Projekt bedarf einer großen Anzahl von Mitarbeitenden. Wie entstand es und aus welchem Personenkreis setzt sich das Team zusammen?

Innerhalb eines Wochenendes musste der Aufbau einer „Bodenheimer Corona-Hilfe“ gedanklich vorbereitet, strukturiert und räumlich, logistisch sowie personell aufgebaut werden. In dieser Pionierphase konnte ich mich auf einige wichtige Personen verlassen: der 1. Beigeordneter Thomas Glück und unser IT-Fachmann Daniel Göttert richteten ein technisch funktionsfähiges Koordinationsbüro ein. Kerstin Thieme-Jäger vom Caritas-Quartiers-Büro „WiB – Wir in Bodenheim“ erarbeitete die Formulare mit der Handlungs- und Arbeitsstruktur. Unser Ehrenamtsbeauftragter Hans Löffert organisierte die personelle Ausstattung der Telefon-Hotline bzw. des Koordinationsbüros.

Mithilfe guter Bewerbung durch Johannes Schöller über die Sozialen Medien, Flyer, Plakate, den Bodenheimer Youtube-Kanal „TV Rheinterrasse“ und durch das Nachrichtenblatt verfügten wir nach drei Tagen bereits über 25 Helfer. Inzwischen hat sich Zahl auf 45 erhöht.

Die Corona-Hilfe Bodenheim bietet eine Reihe von Unterstützungen an, u. a. einen Einkaufsservice. Geben Sie uns einen Einblick in die tägliche Arbeit.

In mittlerweile 25 Tandems ist jeweils ein Helfer einer hilfesuchenden Person bei bestmöglicher nachbarschaftlicher Nähe zugeordnet, um ein großes Maß an Kontinuität sicherzustellen.
Am häufigsten wird der Einkaufs-Service abgerufen. Bei Fragen zu Unternehmerhilfen steht der für Wirtschaftsförderung zuständige Beigeordnete Andreas Kappel zur Verfügung. Bei allgemeinen und seelsorgerischen Notlagen können wir auf die Angebote der Diakonie und der Caritas verweisen.

Durch einen Aufruf von WiB wird im Bodenheimer Caritas-Zentrum das Nähen von Behelfs-Mund-Nasen-Masken koordiniert. Was hat sich da entwickelt?

Ich finde es toll, dass es neben den überregional nähenden Bodenheimer Landfrauen, finanziell unterstützt durch die hiesige CDU, auch viele Privatpersonen gibt, die ihre Nähkünste kostenlos anbieten. Zentrale Anlaufstation für Bodenheim ist Kerstin Thieme-Jäger (06135-706818), die die dynamische Entwicklung der selbstgenähten Behelfs-Masken verfolgt und sich mit den Nähgruppen rückkoppelt. Wir sind auf einem guten Weg, alle relevanten Stellen mit Behelfsmasken auszustatten, die einen gewissen Schutz bieten.

Die große Politik denkt über eine langsame Rückkehr zur Normalität nach. Die Pandemie wird uns aber weiterhin im Alltag begleiten. Was bedeutet das für die Corona-Hilfe Bodenheim?

Solange die Corona-Hilfe in Bodenheim benötigt wird, werden wir diese aufrechterhalten und unser Handeln an den offiziellen Verlautbarungen orientieren.

Journal Lokal bedankt sich für das Interview und wünscht der Corona-Hilfe Bodenheim weiterhin eine segensreiche Arbeit.

Die Fragen stellte Ulrich Nilles