LAUBENHEIM – Auch das beliebte traditionelle Rebblütenfest, das jedes Jahr im Juli im Laubenheimer Park gefeiert wird, muss wegen der Corona-Pandemie abgesagt werden. Ein herber Schlag, nicht nur für Weinliebhaber und Feierfreudige, sondern vor allem für die zahlreichen Laubenheimer Vereine, für die der Wegfall öffentlicher Feste große finanzielle Einbußen mit sich bringt. Schließlich sind Getränkeausschank sowie der Verkauf von Speisen an den vier Festtagen die Haupteinnahmequelle neben den Mitgliedsbeiträgen – sie spülen den Vereinen das Geld in die Kassen, dass sie dringend für den Unterhalt der Vereinsheime und das Aufrechterhalten des Vereinslebens benötigen.

Um diese Einbußen wenigstens teilweise abzufangen, hat der Vorstand des Vereinsrings, der das Rebblütenfest federführend organisiert, eine Idee entwickelt: Statt der Kerb, die im September hoffentlich von Corona unbeschadet bleibt, soll eine Kombination aus Weinfest und Kirmes stattfinden, eben eine „Rebblüten-Kerb“. „Vorausgesetzt die Beschränkungen sind bis dahin aufgehoben, wir machen kein Fest mit Fiebermessen oder anderen restriktiven Maßnahmen“, sagt Norbert Riffel, erster Vorsitzender des Vereinsrings. Riffel und Schatzmeister Jürgen Demmer haben ein Rundschreiben an alle Vereine geschickt, um auf diese Idee hinzuweisen und die Bereitschaft zur Teilnahme abzufragen. „Ich denke, das Interesse ist da“, meint Riffel. Er bedauert, dass einige Neuerungen, die für das Rebblütenfest geplant waren, vielleicht nicht umgesetzt werden können. Darunter zum Beispiel das Einrichten einer gemütlichen Lounge, in der die Festbesucher ihren Lieblingswein in entspannter Atmosphäre genießen können. „Wir waren schon ziemlich weit in unseren Vorbereitungen“, erzählt Riffel. „Ob und wie unsere Idee auf der Kerb umsetzbar ist, wird sich erst noch zeigen und hängt vom Zuspruch der Vereine ab.“

Im Prinzip sei die Zusammenlegung des Rebblütenfests mit der Kerb ein Schritt zurück in die Zeit, als auch das Weinfest von einer Musikanlage beschallt wurde und an allen Tagen Bands auf der Bühne auftraten, ergänzt der Vereinsring-Vorsitzende.  Riffel kann sich einen Kompromiss zwischen beschaulichem Beisammensitzen und ausgelassenem Feiern gut vorstellen. „Die Rebblüten-Kerb soll keine zusammengestückelte Veranstaltung werden, sondern wie in den letzten Jahren ein sehr schönes Fest“, findet Riffel. Er hofft, dass sich bis zur nächsten Vereinsring-Vorstandssitzung Anfang Mai viele Laubenheimer Vereine zurückmelden und grünes Licht für das Zusammenlegen der beiden größten  Veranstaltungen im Stadtteil geben – denn dann geht’s erst richtig los mit der Planung.

Natacha Olbrich