BODENHEIM – Bei einer behutsamen Rückkehr aus der Corona-Krise in den normalen Alltag steht immer wieder die Frage im Fokus der öffentlichen Diskussion, wie man Bürgerinnen und Bürger wirksam gegen eine Infektion mit dem Virus schützen kann? Das Tragen einer Mund-Nasen-Abdeckung wird von der Politik erwogen. Doch woher nehmen angesichts des hohen Bedarfs und der unterbrochenen Lieferketten aus Fernost?

Siegfried Riedel, Chief Executive Officer der in Bodenheim ansässigen iTSM Consulting GmbH liefert einen Teil der Antwort. Am 14. April 2020 übergab er unter großer medialer Beachtung die ersten 100 Exemplare einer neu entwickelten Atemschutzmasken an Ortsbürgermeister Thomas Becker-Theilig. 

Bereits zu Beginn der Pandemie sah Riedel gewaltige Probleme hinsichtlich der Beschaffung und Bereitstellung von Schutzmasken auf Deutschland zukommen. Mitte März 2020 unterbreitete er erstmals der Gemeinde Bodenheim Lösungsansätze und verband dies mit der Bitte um politische Unterstützung. Keine 14 Tage später hatte er Kontakte zu lokalen, regionalen und überregionalen deutschen Partnern hergestellt. Und unmittelbar vor der Präsentation gelang auch noch der „Zutritt“ zur rheinland-pfälzischen Landesregierung. Somit konnte Siegfried Riedel am 14. April seine Gesamtkonzeption, Produkt und Vertrieb der Öffentlichkeit vorstellen.

Was ist das Besondere an diesem Mund-Nasen-Schutz?

  • Das Material stammt ausschließlich aus Deutschland
  • Die Produktion erfolgt im Inland bzw. an Standorten in der EU
  • Vertrieb/Verwaltung der vorhandenen Mengen werden elektronisch gesteuert
  • Die Mehrwegmaske ist bis zu 50 mal waschbar
  • Die Maske wird in zwei Ausführungen produziert, in einer Basic-Variante ohne und einer Plus-Variante mit antiviraler Ausrüstung (spezielle Beschichtung).

Die Basic-Variante wird bereits produziert und gelangt für 3,99 Euro auf den Markt. Bei der Plus-Variante (4,99 Euro) bedarf es noch der Zertifizierung durch den TÜV, da für die kombinierte Verarbeitung von Vliesmaterial und antiviraler Ausrüstung noch das Zertifikat erteilt werden muss. „Ich bin optimistisch, dass dies sehr schnell erfolgen wird, da beide Materialien für sich bereits zertifiziert sind“, äußerte Friedrich Riedel anlässlich der Präsentation. Somit sei diese Maske sogar höher wie eine FFP2-Schutzmaske einzustufen.

„Bei dem textilen Vlies handelt es sich um ein Material mit sehr hoher Dichte. Es wird von heimischen Textilunternehmen produziert. Das antivirale beschichtete Vlies greift die Lipidhülle des Virus an und zerstört diesen dann sekundenschnell.“, erläutert Produktionsleiter Christian Lott die Funktionsweise. Er ist zuversichtlich, dass dieses Produkt in OP-Masken-Qualität in kürzester Zeit in großer Menge an das Land verkauft werden kann.

 

Die Macher: Siefried Riedel (iTSM), Thomas Bekcer-Theilig (Ortsbürgermeister Bodenheim), Nina Klinkel (MdL) und Christian Lott (iTSM) (v. l.) – Foto: Ulrich Nilles

 

Krisenmanagement für das Land …

„Die Maskenproduktion ist unser Beitrag für die Region und Rheinland-Pfalz, um die Wirtschaft nach der Krise wieder anzukurbeln“, unterstreicht Siegfried Riedel. „Dafür gehen wir ins finanzielle Risiko.“

Für die Berücksichtigung von iTSM beim Maskenan- und verkauf auf Landesebene etwa zum Einsatz in der Verwaltung setzte sich das Mitglied des Landtages, Nina Klinkel (SPD) ein. Die Landtagsabgeordnete ebnete die Wege zum Landesamt für Versorgung und zur Ministerpräsidentin. Am 16. März 2020, besuchte Malu Dreyer  das Kaiserslauterer Nähmaschinenunternehmen Pfaff. Dort wurde unter Mitwirkung von Siegfried Riedel die Produktion und die Wirkungsweise der Masken offiziell vorgestellt. Darüber hinaus kann Pfaff potentielle Produzenten mit speziell benötigten Maschinen beliefern, mit denen Masken genäht, versiegelt und verschweißt werden. Dann könnten an zwei Produktionsstätten in Deutschland und der EU mindestens 250.000 Stück/Woche hergestellt werden. Die Steigerung auf das Doppelte ist anvisiert.

… und Bodenheim

Ortsbürgermeister Thomas Becker-Theilig bedankte sich im Namen der Gemeinde für das Geschenk von 100 Mundschutzmasken. Diese würden an die Mitarbeitenden der Corona-Hilfe vor Ort verteilt. Weiter sagte er: „Wir sind stolz darauf, einen so entschlossenen, gut vernetzten und mutigen Unternehmer in Bodenheim zu haben.“ Es gehe darum, die volks- und gesamtwirtschaftlichen Existenzen der Region und des Landes zu retten. „Wir werden gemeinsam mit iTSM und unserer Bodenheimer Corona-Hilfe versuchen, vor Ort ein geeignetes Vertriebssystem aufzubauen, um die Menschen hier auf direktem Wege mit diesem Produkt zu versorgen“, beschloss Becker-Theilig das Pressemeeting.

Ulrich Nilles