NACKENHEIM – Dass der Festplatz in die Jahre gekommen ist, sieht jeder Bürger, liegt er doch im geografischen Mittelpunkt von Nackenheim. Aus einem alten Trainingsplatz aus Asche und Schotter, dann einer vorrübergehenden Ablagefläche der Deutschen Bahn entstand um 1970 der jetzige ca. 4.200 qm große Festplatz. Schon damals gab es tolle Pläne für den Platz – sie scheiterten jedoch an der Finanzierung!

Schon eingangs des Workshops stellte Ortsbürgermeister René Adler fest: „Es ist der Wille des Gemeinderates hier Neues zu schaffen – aber es muss auch bezahlbar bleiben!“

Also beschloss der Gemeinderat: Wir schauen mal, wie wir ihn neu gestalten können. Dies soll in mehreren Schritten geschehen: 1. Schritt war eine Fragebogenaktion – René Adler: „Mit der Beteiligung sind wir hochzufrieden, 402 Teilnehmer sind eine sehr stolze Zahl.“

„Ganz konkrete Vorschläge und Hinweise wurden eingereicht. Diese hat das Planungsbüro „Planwerk Häuser“ gesichtet und in verschiedene Listen eingebracht. Die Wünsche der BürgerInnen und Bürger stehen an oberster Stelle!“ so René Adler.

Als 2. Schritt fand ein „Workshop“ mit Nackenheimer Bürgerinnen und Bürgern statt. Die Moderation hatte das Planungsbüro übernommen und stellte die Ergebnisse der Befragung vor: 402 Fragebögen fanden den Weg ins Rathaus – 200 Bürger im Alter von 50 bis 64 Jahren nahmen teil. 23% der Befragten sind direkte Nachbarn oder wohnen im näheren Umfeld des Festplatzes. Einig sind sich aber alle: Die Sandwüste muss umgestaltet werden, weniger Parkfläche sind gefragt dafür mehr Grün und Aufenthaltsqualität wie Bänke, Bóulefeld usw.. Feste wie die Kerb, der Wochenmarkt und vieles mehr soll es auch in Zukunft dort geben.

Basis für die dann folgenden zwei Diskussionsrunden waren zwei Szenarien des Büros Häuser. „Wir haben versucht, die Vorschläge aus den Fragebögen in mögliche Planungen umzusetzen. Beide beinhalten auch eine kleine Bebauung, um die Wünsche nach einer Restauration oder Eisdiele nachzukommen. Grün und auch ein Kulturbereich haben wir vorgesehen.“

Ob Die Verbandsgemeinde in die leerstehende Feuerwache eine Außenstelle einrichten wird, soll nun bald entschieden werden. Wenn ja, so will die VG sich an den Gestaltungskosten ihres direkten Umfeldes beteiligen – Foto: Wolf-Ingo Heers

Unklar ist aktuell noch: Wie geht es mit der leeren Feuerwache weiter? Geht da ein Teil der Verwaltung der Verbandsgemeinde rein? Oder wird es eine andere Nutzung geben. Egal: Jedes Konzept muss in die Neugestaltung des Festplatzes einbezogen werden! René Adler: „Wir reden hier auch über eine finanzielle Beteiligung der VG für ihr direktes Umfeld bei einer möglichen Zweigstelle am Festplatz.“

Die Ideen der Teilnehmer wurden vom Planungsbüro aufgenommern und es wurde zugesagt, diese für eine Bürgerversammlung einfließen zu lassen.

Am Ende des Abends fasste das Planungsbüro die Ergebnisse zusammen und war selbst überrascht: Bei der Befragung hatten 203 Bürger für – 183 gegen eine Bebauung votiert. An diesem Abend war das umgekehrt: 25 dagegen und nur 15 dafür! René Adler: „Das Thema bleibt weiterhin spannend, so viel dürfte klar sein. Uns ist absolut bewusst, dass es zu einer möglichen – wie auch immer gestalteten – Teilbebauung auch kritische Stimmen gibt. Wichtig ist, dass man die Kernpunkte der Kritik und Hinweise aufnimmt und im weiteren Prozess berücksichtigt. Die Bedenken werden natürlich ernst genommen. In welche Richtung wir uns entwickeln, lässt sich noch nicht abschätzen. Die Auswertung der Fragebögen hat jedoch ergeben, dass man sich insbesondere kleinere Läden (z.B. eine Metzgerei), ein Café und ein Restaurant wünscht. In dieser Richtung sollten wir weiterdenken.“

Zum Schluss kam man wieder auf den Anfang zurück: Die Umsetzung steht unter dem Vorbehalt der Machbarkeit und Finanzierbarkeit! „Wir allein schaffen das nicht – wir brauchen Förderungen und Unterstützung von außen!“ resümierte der Ortschef.

Eine ausführliche Beschreibung der Ergebnisse des Fragebogens ist auf der Homepage der Ortsgemeinde (www.nackenheim.de) nachzulesen.

Wolf-Ingo Heers