LAUBENHEIM – Als bekannt wurde, dass vom 28. August bis 6. September 2020 statt der abgesagten Kerb ein Sommerfest im Laubenheimer Park stattfinden soll, war die Verwunderung groß. Auf Facebook kochten die Kommentare hoch: die einen schimpften, eine derartige Veranstaltung  sei in Corona-Zeiten verantwortungslos, die anderen freuten sich über die willkommene Abwechslung in diesem ereignisarmen Sommer. Letztlich half nur eines – selbst hingehen und sich einen eigenen Eindruck machen.

Das Konzept des ersten Laubenheimer Sommerfests, das von Marco Sottile, dem ersten Vorsitzenden der Interessengemeinschaft Mainzer Schausteller und Marktbeschicker (IMSM), mitverantwortet wurde, war sehr gut durchdacht. Das Festgelände war eingezäunt, am Einlass mussten die Besucher ihre Kontaktdaten hinterlassen und sich die Hände desinfizieren. Der Besuch des Festgeländes war ohne Maske erlaubt, Maskenpflicht herrschte lediglich im Thekenbereich beim Bestellen von Speisen oder Getränken. Die Anzahl der Buden und Stände war überschaubar. Für die Kinder gab es ein Karussell, zwei Spielbuden und Greifautomaten. Gegen Hunger und Durst gab es eine kleine Auswahl an Gerichten und Getränken, unter anderem regionale Weine vom Weingut Möhn. Auch die Sitzplätze waren eher rar, da bei der Aufstellung der Bänke und Stehtische auf die Abstandsregeln Rücksicht genommen wurde. Menschenmassen und dichtes Gedränge konnten so nicht entstehen – alles war sehr entspannt und absolut risikofrei. So konnten auch Oberbürgermeister Michael Ebling und Ortsvorsteher Gerhard Strotkötter gemütlich bei einem Schoppen zusammen sitzen, ohne ihre Gesundheit zu gefährden. Ab 22 Uhr kamen Marco Sottile und seine Mitarbeiter persönlich an die Tische, um die Gäste sehr freundlich darauf hinzuweisen, dass das Fest schließen müsse – auch eine der Auflagen, die die Festbetreiber zu erfüllen hatten.

Das Highlight war sicherlich das Kinderfest am 1. September, als Oliver Mager ein Konzert für die kleinen Festbesucher gab, während die Großen das Leberknödel-Essen genießen konnten. Spenden kamen dem Förderverein für Tumor- und Leukämiekranke Kinder e.V. zugute.

Da das beliebte Mainzer Marktfrühstück noch immer nicht stattfinden darf, haben die Veranstalter  das Marktfrühstück nach Laubenheim geholt. An den beiden Festsamstagen (29. August und 5. September) konnte ab 11 Uhr auf dem Festplatz geschmaust werden. „Es gab heiße Fleischwurst  und auch ein Currywurst-Auto. Es sollte wie ein richtiges Marktfrühstück sein, natürlich unter Einhaltung der aktuellen Hygienemaßnahmen.“, erklärte Marco Sottile im Gespräch vorab.

Alles in allem war das Laubenheimer Sommerfest eine schöne, wenn auch sehr reduzierte Alternative zur Kerb. Trotzdem hoffen wir  – und mit uns wahrscheinlich alle Laubenheimer – dass wir im kommenden Jahr wieder in dem Umfang feiern können, wie wir es gewohnt sind, ganz ohne Corona-Auflagen.

Natacha Olbrich