Seite Auswählen

Wenn zuviel Wasser gefährlich wird Das Ingenieurbüro pecher und icon erstellt Hochwasservorsorgekonzept

iconHeinrich Webler vom Ingenieur-Büro icon erklärt anhand einer Gefahrenkarte, welche Orte bei Starkregen gefährdet sein könnten.

Es ist das Thema, das uns in den kommenden Jahren alle beschäftigen wird: Die immer häufiger auftretenden sogenannten „Jahrhundertereignisse“ wie extremes Hochwasser, Unwetter und Starkregen. Schon lange erscheinen diese Wetterphänomene nicht mehr nur alle paar Jahrzehnte, sondern wesentlich häufiger. „Schuld sind die wärmer werdenden Sommer, die höhere Luftfeuchtigkeit und damit mehr Regen mitt sich bringen“, erklärt Heinrich Webler, Inhaber des Ingenieurbüros icon. Seine Aufgabe besteht darin, Hochwasservorsorgekonzepte und Gefahrenkarten zu erstellen sowie Vorsorgeberatung für die Bürger zu bieten und Wasserleitsysteme, auch Notwasserwege genannt, zu planen.

Potentielle Gefährdung im Extremfall

Dass vor allem Starkregen rund um Mainz katastrophale Auswirkungen haben kann, ist inzwischen bekannt. Wenn mehr als 20 – 30 Liter Regen pro Stunde fallen, laufen die Kanäle in Windeseile voll, Keller können geflutet werden, an Hängen entstehen Sturzbäche, die große Schäden anrichten können. Bei den Katastrophenereignissen in den letzten Jahren sind in Rheinland-Pfalz bis zu 150 Liter in 3 Stunden gefallen, mit schlimmen Auswirkungen. An einer großen Wandkarte zeigt Webler am Beispiel von Nackenheim, wo das Regenwasser in der Verbandsgemeinde Bodenheim und rund um Laubenheim entlang fließt: je dunkler die blaue Schattierung, desto mehr Wasser sammelt sich und desto größer die Fläche, die gefährdet ist. In Bodenheim führen die Notwasserwege zum Teil am Ort vorbei bis zum Rhein, bereichsweise ist Bodenheim jedoch wie auch Nackenheim durch Abflussbahnen aktuell potentiell gefährdet und könnte im Extremfall überschwemmt werden.

Tipps für Eigentümer

„Um das künftig besser beherrschen zu können, haben wir ein neues Hochwasser- und Starkregenvorsorgekonzept in Arbeit, das wir gemeinsam mit den betroffenen Bürgern, dem Katastrophenschutz, dem Bauamt und der Feuerwehr besprechen“, sagt Webler. Er berichtet, dass oftmals die unkontrollierte Nachverdichtung der Wohngegenden rund um die alten Ortskerne schuld daran seien, dass Wasserleitsysteme nicht mehr funktionieren und die Regenmengen nicht mehr abfließen könnten. „Die älteren Bewohner haben beim Bau ihrer Häuser noch Rücksicht darauf genommen, aber in jüngerer Zeit wurde bei der Planung von Neubaugebieten oder neuen Häusern im Altbestand oftmals nicht darauf geachtet.“ Das Vorsorgekonzept soll die Informationen geben, mit denen solche Entwicklungen vermieden werden können. Entsprechend wird auch großer Wert darauf gelegt, Hinweise und Tipps für die nach Wasserhaushaltsgesetz zum Eigenschutz verpflichteten Eigentümer zu geben.

An dem Hochwasservorsorgekonzept für die Verbandsgemeinde Bodenheim arbeiten neben dem öffentlich bestellten und vereidigten Sachverständigen Heinrich Webler auch seine Mitarbeiter aus seinem Ingenieurbüro am Marktplatz in Laubenheim und die Kollegen aus dem Ingenieurbüro Dr. Pecher AG in Erkrath und Bingen, mit denen Webler per Videoschalte in engem Austausch steht. Zum 1. August 2021 wird Pecher das Büro in Laubenheim übernehmen, Webler wird dann als Seniorberater zur Verfügung stehen.

 

icon Ing.-Büro Heinrich Webler
Marktplatz 11
55130 Mainz
Tel.: 06131/98788-0
Internet: www.webler-icon.de

Über den Autor

Natacha Olbrich

Natacha Olbrich ist Redakteurin des Journal Lokal und die richtige Ansprechpartnerin für kulturelle und gesellschaftliche Veranstaltungen in Mainz und Rheinhessen. Außerdem ist sie auch gerne als rasende Reporterin unterwegs und berichtet über spannende Themen. Zusätzlich hat sie die Redaktionsleitung des Journal LOKAL übernommen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.