LAUBENHEIM – Die Eltern der Grundschule Mainz-Laubenheim kennen sie bereits als sehr engagierte, stets fröhliche Stellvertreterin von Marion Jendralski: Kirsten Körner hat am 1. August offiziell die kommissarische Schulleitung übernommen. Während einer Lehrerdienstbesprechung wurde sie im kleinen Kreis bereits in ihr Amt eingeführt. „Mich reizt die neue Verantwortung“, verrät Körner, „als Schulleiterin habe ich viel mehr Kontakt zur gesamten Schulgemeinschaft und lerne mehr Eltern und Kinder kennen als in meiner bisherigen Funktion als Klassenlehrerin.“ Unterrichten wird sie trotzdem weiterhin, sie wird Differenzierungs- und Fachunterricht geben.

Die Reaktionen auf ihr neues Amt seien durchweg positiv gewesen, erzählt Körner weiter. Schon als sie im August 2018 neu an die Schule kam, sei sie sehr herzlich aufgenommen worden. Vor allem die Zusammenarbeit mit dem Schulelternbeirat und den beiden Fördervereinen funktioniere sehr gut. „Gerade zur Zeit ist die Schule besonders stark auf Unterstützung durch die Eltern angewiesen“, meint die 43-Jährige. Was die Digitalisierung betreffe, stecke die Laubenheimer Grundschule in den Kinderschuhen. „Aber die Eltern sind sehr hilfsbereit und wir arbeiten gemeinsam daran, das Problem zu lösen“, sagt Körner.

Digitalisierung ist auf dem Vormarsch

Derzeit laufe die erste Stufe der schrittweisen Digitalisierung an: Die Grundschule bekommt von der Stadt 34 iPads ausgeliehen für Schüler, die zuhause keine ausreichende Infrastruktur haben, sprich die nicht auf Geräte der Eltern zurückgreifen und bei ihren Hausaufgaben wenig oder gar keine Hilfe erhalten. Doch bevor die Geräte an die Schüler ausgeteilt werden können, musste die Schule erstmal evaluieren, welche Schüler in Frage kommen und wer die iPads am dringendsten braucht.  Software, Sicherheitsprogramme und Apps müssen vorinstalliert werden. „Wir mussten selbst erstmal schauen, wie wir am besten damit arbeiten“, berichtet Körner. Das nächste Problem sei die Heranführung der Kinder an die Geräte: Wie bedient man ein iPad, worauf muss man achten, was sollte man vermeiden? All das gilt es in den nächsten Wochen pädagogisch aufzubereiten.

Ein weiteres Projekt, über das sich Kirsten Körner sehr freut, sind die neuen BOOKii-Stifte, die der Förderverein der Grundschule gespendet hat. Das sind elektronische Hörstifte, die den Kindern Texte aus Büchern vorlesen. Das ist besonders wichtig für Kinder, die kein Deutsch können oder Schwierigkeiten mit dem Lesen haben. Doch auch hier muss erst die entsprechende Software auf die Stifte geladen werden und die Lehrer müssen sich das technische Knowhow aneignen.

Große Herausforderungen durch Corona und Schulneubau

Doch trotz dieser tollen technischen Modernisierungen verschweigt Körner auch nicht, wie schwierig es für die Schule ist, unter den Bedingungen der Covid 19-Pandemie zu unterrichten. „Alles was Grundschullehrerinnen in ihrem Studium lernen, nämlich die Kinder möglichst offen arbeiten und selbständig lernen zu lassen, Sachen auszuprobieren, Erfahrungen zu sammeln – das geht aktuell nicht“, meint Körner. Aufgrund der sich ständig ändernden Vorgaben müssten sie und ihr Team ständig nachjustieren, sich wieder neu abstimmen, immer im Gespräch bleiben. „Das ist eine sehr große Herausforderung“, fügt Körner hinzu.

Und als sei das nicht schon genug Stress, kommt auch noch der bevorstehende Umzug der Grundschule in die Container am Riedweg hinzu, damit das alte, marode Schulgebäude abgerissen werden kann. Die Sommerferien wurden genutzt, um die gesamte Schule aufzuräumen, auszumisten und zu entsorgen. Für den Umzug, der voraussichtlich im ersten Quartal 2021 sein wird, muss das Kollegium das gesamte Inventar mitnehmen. Das neue Schulgebäude – und das ist der einzige Lichtblick – wird dann komplett neu möbliert.

Das Journal LOKAL dankt Frau Körner für das sehr freundliche Interview und wünscht ihr und der gesamten Schulgemeinschaft alles Gute für die Zukunft!

Das Interview führte Natacha Olbrich