LAUBENHEIM – Von wegen ein Ortsvorsteher sitzt nur in seinem Büro herum und stempelt Pässe: Gerhard Strotkötter ist nicht nur sehr oft auf seinem Fahrrad im Ort unterwegs, er packt auch gern mal mit an, wenn es darum geht, seinen geliebten Stadtteil zu verschönern. Diesmal heißt es Ärmel hochkrempeln bei der Restaurierung der großen Weinkelter auf der Wiese vor dem Bahnhof. Gemeinsam mit Ortshistoriker Jupp Heck, Ehrenbürger Hans Riffel, Friedhelm Kärcher (erster Vorsitzender vom Evangelischen Kirchenerhaltungsverein) und dem Laubenheimer Bürger Rainer Krining befreit die „AG Weinkelter“ das historische Symbol für die rheinhessische Weinbautradition vom Schmutz der vergangenen Jahre. In der Garage der Familie Kärcher steht bereits die fertig restaurierte kleinere Version des traditionellen Weinbaugeräts.

2014 feierte Laubenheim die Einweihung des Denkmals, das von Bildhauer Boris Engelbrecht mit einer steinernen Gedenktafel und mit Weinreben der ortsansässigen Winzer verziert wurde. Strotkötter freut sich sehr darüber, dass die Reminiszenz an den Weinbau bald wieder in altem Glanz erstrahlen kann: „Wir feiern bald den 1250. Geburtstag von Laubenheim!“, verkündet der Ortsvorsteher voller Stolz. In knapp drei Jahren sei es soweit. Bis dahin soll die Kelter von rankenden Weinreben überdacht werden, sodass eine romantische Weinlaube entsteht. „Es ist ein wunderbares Laubenheimer Gemeinschaftsprojekt“, schwärmt Strotkötter.

Der Standort ist nicht zufällig gewählt, verrät der Ortsvorsteher  mit einem Augenzwinkern: Die Kelter steht an der Oppenheimer Straße Richtung Bodenheim, das sich gerne als „Tor zu Rheinhessen“ bezeichnet. Das sei aber falsch, betonen Strotkötter und seine Weggefährten, denn in Wahrheit seien Laubenheim und Weisenau das Tor zu Rheinhessen. Schließlich werde auch hier der Weinbau groß geschrieben und präge das Stadtbild, auch hier ist die Weinbautradition aus der Ortsgeschichte nicht wegzudenken. Damit das nicht in Vergessenheit gerät, steht die Kelter für alle Passanten gut sichtbar an der Durchgangsstraße zum Nachbarort.

Text von Natacha Olbrich