Sechs abwechslungsreiche Etappen kann der Wanderer beim RheinTerrassen Weg hinter sich legen – heißt aber auch: Der Wanderer muss nicht alles auf einmal absolvieren. Hilfreich bei der Planung ist, dass es sechs Bahnhöfe längs der Strecke gibt und die Ausschilderungen zum eigentlichen Weg starten auch da schon.

2014 eröffnete Rheinhessen-Tourismus den RheinTerrassenWanderweg als einen besonderen Fernwanderweg, denn er ist nicht auf Strecke angelegt, sondern kann mit Fug und Recht als Genuss-Wanderweg bezeichnet werden. Gerade einmal gut 75 km lang führt der Weg von Worms nach Mainz und eignet sich für eine kulturreiche Fernwanderung, genauso wie für abwechslungsreiche Kurztouren.

Oppenheim – Ende der 1. Etappe des RheinTerrassenWeges. Nach einem Wandertag durch die Wingerte – nun der Blick auf die Burgruine Landskron. Unterhalb der Ruine lädt die Katharinenkirche zur Besichtigung ein – Foto: RheinhessenTourismus, Karl-Georg Müller

Der Weg führt oberhalb des Rheintals durch die Rheinterrassen, einer typischen Landschaftsform der Oberrheinischen Tiefebene. Hier gedeihen die Reben gut und prächtig – vor allem Müller-Thurgau, Riesling und Dornfelder.

Der RheinTerrassenWeg verläuft überwiegend auf gut befestigten Wegen, ideal für alle Wandereinsteiger und Wandergruppen. Denn es gilt: Nach dem Wandern kommt die Stärkung! Und das ist in allen Dörfern am RheinTerrassenWeg möglich. Urige Straußwirtschaften und Gutsausschänken laden mit Leckereien und guten Weinen ein. Wein, Kultur und Weinorte ist das Credo der Strecke.

Die erste Etappe von Mainz nach Oppenheim startet am Stadtpark in Mainz. Ab dort folgt der Wanderer den Hinweisschildern. Über die Laubenheimer Höhe mit seinem grandiosen Weitblick bis auf die Frankfurter Skyline und in den Odenwald führt der Weg nach Bodenheim.

Man kann aber auch mit der Bahn nach Bodenheim fahren und dort am Bahnhof die Wanderung starten. Die 1,3 km lange Zuweg-Ausschilderung führt durch den Bodenheimer alten Ortskern, entlang am alten Rathaus mit seinem Hexen-Gefängnis, weiter durch den Dollespark auf die eigentliche Haupttrassse.

Der „Weinlehrpfad“ des Verkehrsverein Bodenheim bietet umfangreiche Informationen zum Weinan- und ausbau selbst aber auch dann auch weiter zu den dort im Anbau befindlichen 14 Rebsorten.

Vorbei an vielen Weingütern quert man L 421. Durch Wingerte, bei einer sanft ansteigenden Wegeführung weiter nach Nackenheim. Oberhalb Nackenheims – auf dem Rotenberg – bietet sich wieder ein toller Blick – sowohl in die Ferne als auch auf Vater Rhein herab – irgendwie sieht der von da oben doch recht schmal aus.

Parallel zum Rhein wandert man nach Nierstein – immer den Rhein im Blick. Durch Rheinhessens berühmteste Weinlage „Am Roten Hang“ endet diese Teil-Passage in Nierstein selbst – auch hier geht der Weg an vielen Wirtschaften und Weingütern vorbei, die zum Verweilen einladen.

Auf nach Oppenheim – altehrwürdige Stadt mit einer „tiefen“ Vergangenheit – der unterirdischen Stadt. Eine Führung muss gebucht werden – bis sie losgeht schauen sie am Rathausplatz in die Weinstuben rein. Bevor sie dort ankommen, machen sie kleine Abstecher: die Burg Landskron und die Katharinenkirche mit dem Gebeinegewölbe geben Einblicke in die Geschichte.

Die Abschlussstrecke dieser 1. Etappe endet am Bahnhof in Oppenheim.

Die nächste Etappe geht über Dienheim, Ludwigshöhe nach Guntersblum. Dann auf der Etappe 3 von Guntersblum über Alsheim nach Mettenheim. Etappe 4 besucht Bechtheim und Osthofen und die letzte dann von Osthofen nach Worms.

Immer wieder queren andere Wanderwege den RheinTerrassenWeg und laden zum Abbiegen ein.

Wolf-Ingo Heers