MAINZ – Eine Biene, eine Spinne, ein Hai, eine Schlange und eine Kakerlake – mechanische Vertreter dieser Tiere wurden im Kunstverein ausgesetzt, um die Kunstwerke der aktuellen Schau aus ihrer Perspektive aufzunehmen. Die Filmklasse von John Skoog der Kunsthochschule Mainz hat eine Dokumentation der tierischen Art über die Ausstellung „Alles im Wunderland“ im Nassauischen Kunstverein Wiesbaden gedreht. Diese ist nun zu den Öffnungszeiten des Kunstvereins online anzusehen.

Für die aktuelle Ausstellung „Alles im Wunderland“ im Nassauischen Kunstverein, in der vor allem die Tiere in den Blick genommen werden, denen man im Alltag nur ungern begegnet, hat die Filmklasse der Kunsthochschule Mainz eine alternative Dokumentation produziert. In dem Projekt „more human than i am alone“ lösen sich die Grenzen zwischen mechanischer, menschlicher und tierischer Wahrnehmung auf.

Für die Aufnahmen wurden fünf verschiedene Spielzeugroboter umgebaut und jeweils mit einer Spionagekamera ausgestattet. Die Biene, die Spinne, der Hai, die Schlange und die Kakerlake wurden dann in den Räumen auf die Exponate „losgelassen“, um die Ausstellung für einen Tag aus ihrer Perspektive aufzunehmen. Das gesammelte Material wurde von den Studierenden bearbeitet und anschließend auf einer speziell für diesen Zweck gestalteten Website veröffentlicht, die eine andere Art und Weise anbietet, die aktuell geschlossene Ausstellung dennoch zu erleben:
filmklasse.kunsthochschule-mainz.de. Die Website ist für die verbleibende Dauer der Ausstellung bis 7. Februar 2021 online und nur entsprechend den Öffnungszeiten des Kunstvereins zugänglich.

Die Studierenden der Filmklasse von John Skoog, die häufig kollaborativ zusammenarbeiten, haben sich für das Projekt dieser neuen Situation des eingeschränkten Zugangs zu einem traditionellen Ort der Präsentation von Kunst angepasst und bieten nun einen anderen Blick auf den Raum und die Exponate der Ausstellung. Während der gesamten Ausstellungsdauer wird es weitere Interventionen geben, die die Themen der Ausstellung Alles im Wunderland im digitalen und öffentlichen Raum rund um Wiesbaden erweitern. Diese Interventionen, die spontan auf die
sich aktuell sehr kurzfristig ändernden Bedingungen der Zugänglichkeit zu kulturellen Orten reagieren können, werden entsprechend vorher bekannt gegeben.

Text vom Nassauischen Kunstverein Wiesbaden