MAINZ-BINGEN – Wen habe ich letzten Freitag eigentlich getroffen? Mit wem war ich am Samstag unterwegs? Scheinbar banale Fragen, die für die Nachverfolgung von Corona-Infektionsketten aber wichtig werden. Kontakt-Tagebücher sollen beim Erinnern helfen.

Wenn sich eine Person mit dem Corona-Virus infiziert hat, macht sich das Gesundheitsamt daran, die Kontakte nachzuverfolgen, um eine weitere Ausbreitung zu verhindern. Da die aktuellen Fallzahlen aber weiter steigen, stoßen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nicht nur zeitlich an ihre Grenzen. Viele Betroffene wissen schlichtweg nicht mehr, mit wem sie in den vergangenen Tagen zusammen gewesen sind. Landrätin Dorothea Schäfer empfiehlt daher, sich ein Kontakt-Tagebuch anzulegen: „Wer sich Datum, Ort und Dauer eines Treffens notiert hat, erleichtert unseren Gesundheitsämtern die Arbeit enorm. Mögliche Infektionsquellen können so zeitnah isoliert und somit einem weiteren Ausbreiten entgegengewirkt werden. Jeder kann so einen Teil zur Bekämpfung der Pandemie beitragen.“

Für eine solche Notiz reicht meist ein einfacher Block und Stift. Der für das Gesundheitsamt zuständige Dritte Beigeordnete Erwin Malkmus empfiehlt aber auch, sich über digitale Möglichkeiten zu informieren: „In vielen App-Stores finden sich kostenlose Kontakt-Tagebuch-Apps wie etwa Cluster Diary, Kontakt-Tagebuch oder Coronika. Diese verwalten die Kontakte, erinnern auf Wunsch abends ans Aufschreiben und löschen Einträge nach 14 Tagen. Zwecks Datenschutz empfiehlt es sich, eine App zu installieren, die sämtliche Daten ausschließlich lokal auf dem Smartphone speichert.“

Letztendlich muss nicht jeder übliche Alltagskontakt mit der Familie oder dem Kollegium notiert werden, sondern Situationen, in denen man sich mit vielen Menschen in einem geschlossenen oder engen Raum aufgehalten hat. Wichtig dabei: die Namen der Anwesenden, Ort, Datum und Dauer des Aufenthalts sowie der Vermerk, ob eine Maske getragen wurde oder nicht.

Lara Dreesbach