Am 26. September 2019 erfolgte eine Änderung des Landeswahlgesetzes in Rheinland-Pfalz. Für Mainz wurde ein dritter Wahlkreis eingerichtet, der Wahlkreis 29. Dieser umfasst die Mainzer Stadtteile Drais, Ebersheim, Finthen, Laubenheim, Lerchenberg, Marienborn und die Verbandsgemeinde Bodenheim. Die Änderung war notwendig geworden, um Wahlkreise mit annähernd gleicher Zahl an Stimmberechtigten zu schaffen.

Bei der Wahlkreiskonferenz am 27. Juni 2020 im alten Mainzer Postlager nominierten die Delegierten der elf SPD-Ortsvereine den Gau-Bischofsheimer Ortsbürgermeister und SPD-Vorsitzenden Patric Müller zu ihrem Direktkandidaten für diesen neuen Wahlkreis.

Herr Müller, erzählen Sie den Leserinnen und Lesern von Journal LOKAL, wie es zu Ihrer Nominierung kam?

Für die SPD der Verbandsgemeinde Bodenheim war schnell klar, dass wir einen eigenen Kandidaten für diesen neuen Wahlkreis stellen werden. Mit Unterstützung der Kreis-SPD wurde ich nominiert und habe mich letztendlich mit knapp 60 % der Delegiertenstimmen auch durchgesetzt.

Der neue Wahlkreis 29 besteht aus der VG Bodenheim, Ihrer Hausmacht sozusagen, aber auch aus sechs Mainzer Stadtteilen. Was verbindet Sie mit Letzteren? Wie sind Sie dort vernetzt?

Zu einigen Mainzer SPD-Ortsvereinen hatte ich anfangs tatsächlich eher wenig politische „Drähte“. Das habe ich nun nachgeholt. Persönliche sowie berufliche Kontakte nach Mainz hatte ich jedoch vorher schon.

In einigen Gemeinden des Wahlkreises haben andere Parteien die Mehrheit. Mit welchen Argumenten möchten Sie die Menschen dort überzeugen, dass Sie der richtige Kandidat sind?

Ich möchte keine Parteien gewinnen, sondern ich möchte überparteilich Jeden erreichen, auch die Wechsel- und Nichtwähler. Ich setze hierbei auf meine kommunalpolitische Erfahrung. Ich möchte als „Einer von uns“ angesehen werden und dadurch zu einem vermehrten repräsentativen Querschnitt des Parlaments zur Gesellschaft beitragen.

Mit Ihrer Kandidatur bringen Sie fast 30 Jahre als Kommunalpolitiker ein. Welche Erfahrungen könnten Ihnen als gewählter Landtagsabgeordneter von Nutzen sein?

Insbesondere in 16 Jahren als Ortsbürgermeister habe ich Sorgen und Nöte, aber auch die Ansprüche der Menschen kennenlernen dürfen. Als Basisdemokrat hat man dadurch immer den Blick auf die Politik in Bund und Land. Hierbei habe ich festgestellt, dass es mehr Abstimmung bedarf, wenn die Kommunen die Vorgaben des Gesetzgebers durchzuführen haben. Deshalb möchte ich mich mit pragmatischen, handwerklichen Gedanken einbringen, wenn es um die Erstellung solche Auflagen geht.

Auf Ihrer Homepage schreiben Sie: „Meine Orientierungen bleiben Gemeinsinn, Verlässlichkeit und Bürgernähe.“ Bitte erläutern Sie uns diese Schlagworte kurz.

Das sind Eigenschaften, die mir nachgesagt werden und die mir im ständigen Dialog mit den Mitmenschen wichtig sind. Darüber hinaus, die konstruktive Zusammenarbeit mit übergeordneten Verwaltungen zur Umsetzung der gemeinsamen Ziele. Hieraus haben sich zwei Grundsätze für mein politisches Wirken entwickelt: Gemeinwohl vor Eigeninteresse und nichts vorab versprechen, was man hinterher nicht einlösen kann.

Welches werden die Schwerpunkte Ihrer Arbeit als Abgeordneter sein?

Für mich ist wichtig, politisch den richtigen Rahmen für eine gesellschaftliche Chancengleichheit zu schaffen, z. B. beim Zugang zu Bildung und Ausbildung für alle, und dies in Verbindung mit der Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Ich stehe außerdem für eigenständige Kommunen mit einem starken Ehrenamt. Sie müssen in ihren Entwicklungsgedanken einen höheren Stellenwert einnehmen können. Ein weiteres Kernthema ist die Schaffung nachhaltiger Verkehrskonzepte zur besseren Anbindung untereinander. Als Beispiel nenne ich die Rheinhessenstraße.

Erlauben Sie uns zum Schluss noch eine persönliche Frage: Womit gestaltet der Landtagskandidat Patric Müller seine sicherlich knapp bemessene Freizeit?

Ich habe in erster Linie meinen Beruf und mein Ehrenamt als Ortsbürgermeister auszuführen. Deshalb steht die Freizeitgestaltung aktuell im Zeichen des Landtagswahlkampfes. An dieser Stelle bedanke ich mich herzlich bei meinem Unterstützerteam.

Vielen Dank für das Interview!

 

Die Fragen stellte Ulrich Nilles