BODENHEIM – Plätzchen, Zimtgeruch, Christbaum, Festtagsmusik. Weihnachten wie früher zuhause, tatsächlich aber in den beiden Wohngruppen des Caritas-Zentrums St. Alban in Bodenheim. Und das trotz Corona, das vor allem für die hochaltrigen Menschen so gefährliche Virus.

Im Foyer steht er bereits seit dem ersten Adventssonntag, ein üppig und geschmackvoll dekorierter Weihnachtsbaum, an dessen Nadelduft und Kerzenschein sich die jeweils zwölf Seniorinnen und Senioren der beiden Wohngruppen erfreuen können. Seit Beginn des Lockdowns light im November bereiten die Betreuungskräfte mit und für ihre Schäfchen die besinnliche Jahreszeit vor.

Dabei sollen alle Sinne angesprochen werden. Sei es beim gemeinsamen Plätzchenbacken in den Gemeinschaftsküchen oder beim Basteln der Weihnachtsdeko. Und zum Bratapfel mit Kaminzauber-Tee erklingt weihnachtliche Musik in den Wohnküchen der beiden „Großfamilien“. Das Personal hat sich um weihnachtliche Dienstkleidung gekümmert, das Lieblingsessen zwischen den Jahren wird zusammen mit den BewohnerInnen abgestimmt und zubereitet.

Und Pfarrer Christian Kaschub wird am 23. Dezember in der Kapelle mehrere Kurzandachten für die Bewohnerinnen und Bewohner zusammen mit je einer Person aus der Familie halten. Dies alles ist möglich, weil die Teams von Doris Backes und Marion Vitt auch in dieser schweren Zeit nicht nur über die Feiertage rund um die Uhr arbeiten.

All diese Aktivitäten spielen sich in den beiden in sich abgeschlossenen Wohngruppen ab. Aber auch von außen wird die Weihnachtsstimmung bereichert durch die Aktion „Seelenwärmer“ von „Wir-für-Bodenheim“ (WiB). „Mit dieser Aktion wollen wir auch in der kalten und Corona-belasteten Jahreszeit Jung und Alt zusammenführen und weihnachtliche Freude schenken“, konstatiert Kerstin Thieme-Jäger, Koordinatorin und Begleiterin des Programms. Die Klasse 3b der Grundschule Bodenheim hat bereits Adventskalender und Adventsbriefe übergeben. Weitere Klassen und ehrenamtliche HelferInnen lesen Gedichte und Geschichten vor, die auf USB-Sticks gespeichert an den Fernsehgeräten der Gruppenwohnzimmer abgespielt werden. Ähnlich tun es SchülerInnen und LehrerInnen der Musikschule „images“ mit Beiträgen weihnachtlicher Musik. Der musikalische Lokalmatador Hansi Schitter sowie ein Duo des Landespolizei-Orchesters geben erneut auf der Außenterrasse Live-Fensterkonzerte, denen alle von ihren Zimmern aus lauschen können. Der Besuchsdienst hat weihnachtliche Aktivitäten zugesagt und der „Spätlesekreis“ hat einen Weihnachtsbaum im Freien aufgestellt, der von der Kita Spatzennest geschmückt wurde.

Aus all den beschriebenen Bausteinen während der Adventszeit ist ersichtlich, dass die Verantwortlichen mit äußerster Umsicht angesichts der Pandemie walten. Schon seit März wird ein umfangreiches Hygienekonzept eingehalten. Die BewohnerInnen halten sich nur innerhalb ihrer familialen Wohngruppe auf und für die Besuche werden mehrere Räume außerhalb der Wohneinheiten vorgehalten. Dort kann man sich unter Beachtung der allseits bekannten Regeln täglich für je 30 Minuten mit einer Person treffen, nach telefonischer Voranmeldung, damit die Lüftung eingehalten werden kann. Begleitete Spaziergänge erfolgen mit Mund-Nasen-Schutz, den auch die MitarbeiterInnen dauerhaft in den Wohneinheiten tragen.

Und die Angehörigen? Diese gehen mit der aktuellen Situation sehr verantwortungsvoll um in dem Wissen, dass ihre Lieben gut betreut sind und unterstützen, so gut es geht.

Das Journal LOKAL wünscht allen Betroffenen eine besinnliche Adventszeit und ein gesegnetes Weihnachten.

Ulrich Nilles