ZORNHEIM – Aus einem kleinen, abgeschiedenen Dorf hat sich im Laufe der Jahrhunderte eine Gemeinde entwickelt, die lebendig, offen und vielseitig die rheinhessische Lebensart verkörpert. Gerade in den letzten Jahrzehnten ist der Zuspruch zu unserem Dorf mit knapp 4.000 Einwohnern sehr stark gewachsen. Das rege und vielfältige Vereinsleben und die unterschiedlichsten kulturellen Angebote sprechen hier Bände. Neben kulinarischen Angeboten kommt selbstverständlich die Weinkultur nicht zu kurz. Alle acht Winzerbetriebe verwöhnen mit ihren Vinotheken und Verkostungen die Gäste und werden im Jubiläumsjahr eine Cuvée ihrer besten Trauben kreieren. Die Hiwweltour „Zornheimer Berg“, die seit 2017 auf sieben km erwandert werden kann, zeigt die unverwechselbare hügelige rheinhessische Landschaft, wobei sich durch die Lage von Zornheim auch herrliche Weitblicke eröffnen – vom Feldberg im Taunus, über die Frankfurter Skyline und den Odenwald bis zum Donnersberg. Nicht umsonst wurde der Ausblick am Zornheimer Ruhkreuz dieses Jahr vom Deutschen Weininstitut und den regionalen Gebietsweinwerbungen zur „Schönsten Weinsicht Rheinhessens 2020“ gekürt.

Wie hat sich dieser Ort entwickelt? Wie lebte es sich hier in früheren Jahrhunderten und wer lebte hier? Die Gemeinde kann sich glücklich schätzen, dass sich ein profilierter Heimathistoriker und Kind dieser Gemeinde mit diesen Fragen ausführlich beschäftigt hat. Von der Frühzeit bis in die Gegenwart hat Gottfried Kneib sorgfältig recherchiert und detailreich das Leben unseres Dorfes aufgeschrieben. Pünktlich zur 200-Jahr-Feier Rheinhessens 2016 erschien sein Werk: „Zornheim – die Geschichte eines rheinhessischen Dorfes“. Dieses Jubiläumsbuch ist mit einer CD versehen, die umfassende Einblicke in die historischen Quellen vermittelt. Diese Quellen stehen seit 2018 in einem großformatigen Buch zur Verfügung. Der damalige Ortsbürgermeister Dr. Werner Dahmen verband mit dem Jubiläumsbuch auch die Hoffnung, dass durch die Lektüre „… der Blick für die erhaltenswerten, oft unscheinbaren, geschichtlich-kulturellen Güter des unmittelbaren Lebensbereichs in unserer Gemeinde wieder geschärft wird.“

Der Heimat- und Geschichtsverein Zornheim (HGVZ) hat sich z.B. der Mammut-Aufgabe gestellt, das denkmalgeschützte alte Gasthaus Blüm am Lindenplatz zu renovieren. Und es gibt viele weitere Beispiele für herausragendes Ehrenamt und Engagement in unserer Gemeinde. Die IG Backofen und die Backweiber, die aus dem Steinbackofen am Lindenplatz leckeres Brot und Kuchen hervorzaubern, die Kultur- und Weinbotschafterinnen, die auch den Menschen „vun der ebsch Seit’“ die rheinhessische Landschaft und Lebensart näherbringen, die vielen Vereine und Interessengemeinschaften, die vielen Grünpaten und Helfershelfer. Wir sind nur dadurch eine lebens- und liebenswerte Gemeinde.

Wir können uns glücklich schätzen hier zu leben, zu arbeiten und zu feiern.
Wobei … ‚arbeiten‘ ???  Die Rheinhessen haben hierzu ein sehr pragmatisches Lebensmotto:

„Wann aaner esse dut, ess‘ mit em; wann aaner trinke dut, trink‘ mit em; wann aaner schaffe dut, loss en schaffe.“ Die Zornheimer sind echte Rheinhessen und … „schaffen“ doch sehr viel. Die Eröffnung unserer neuen Drei-Feldsporthalle im Frühjahr ist nur ein weiteres Beispiel. Der Bau eines Weinpavillons am Ruhkreuz 2021 soll unbeschwerten Weingenuss in der Natur ermöglichen. Mit der Errichtung einer Kapelle in den Weinbergen, die von unserem Ehrenbürger Peter Eckes und Familie gestiftet wird, erhalten wir neben dem Drei-Grazien-Brunnen eine weitere Attraktion.

Die Zornheimerinnen und Zornheimer können im kommenden Jahr 1.250 Jahre Geschichte feiern mit dem Bewusstsein, dass dieser Ort auch in Zukunft lebens- und liebenswert bleiben wird, solange er solch engagierte MitbürgerInnen hat.

Text von Dennis Diehl, Ortsbürgermeister