NACKENHEIM – Derzeit überbietet sich die Wissenschaft förmlich damit zu definieren, welche Personengruppe wohl am stärksten von der Corona Pandemie betroffen ist.
Doch was bringt eine solche „Rangliste“? Wir ALLE sind betroffen, Ausnahmen gibt es nicht, egal wie man es auch dreht und wendet.
Da ist es doch viel hilfreicher, kleine „coronafreie“ Oasen im Alltag zu schaffen. So wie es das Team der Sozialen Betreuung im Hildegard von Bingen Seniorenzentrum in Nackenheim getan hat.
Auch hier herrschen strenge Besuchsregeln und starke Einschränkungen zum Schutz der betagten Bewohner. Und doch haben sich die sechs Damen eine Besonderheit zur Adventszeit einfallen lassen: „Heute: unser kleines Weihnachtsmärktchen“ stand auf dem liebevoll gestalteten Plakat zu lesen. Und tatsächlich gab es zu Glühwein und Punsch hübsch dekorierte Tische auf denen Seife, Honig, Marmelade, Likör, gebrannte Mandeln, Holzdekorationen und Patchworkarbeiten zum Kauf angeboten wurden. „Neue Wege finden“ lautete die Devise und so fanden nur die Köstlichkeiten und Kunstwerke den Weg ins Haus, nicht aber die großzügigen Hersteller all dieser schönen Dinge. Damit blieb der Infektionsschutz gewahrt und es konnte doch eine weihnachtliche Stimmung aufkommen. „Eine wunderbare Abwechslung und zumindest ein bisschen Normalität“ sagten viele Bewohner, die sich im Foyer des Hauses trafen. Der Duft von gebrannten Mandeln und Glühwein zauberte vielen ein Lächeln aufs Gesicht und auch wenn die Weihnachtsmusik nur vom Band kam, weil das Singen untersagt ist, so waren es doch fröhliche Stunden – ganz ohne Wissenschaft.

Bettina Stieber