LAUBENHEIM – Das Journal LOKAL hat Ortsvorsteher Gerhard Strotkötter zum Abschluss des Jahres gebeten, für unsere Leser auf ein Jahr zurückzublicken, das wir wohl niemals vergessen werden.

Journal LOKAL: Herr Strotkötter, wie würden Sie 2020 zusammenfassen?

Das letzte Jahr war überlagert von der Corona-Krise, die Ortsverwaltung war geschlossen, das politische Leben nach Fastnacht eingeschränkt, keiner wusste, wie es werden soll. Ich war relativ optimistisch und dachte, im Sommer, spätestens im Herbst ist der Zirkus vorbei. Ganz im Gegenteil. Wir merken es alle, dass es längst nicht vorbei ist. Der einzige Lichtblick ist der Impfstoff.

JK: Welche Projekte mussten wegen Corona auf Eis gelegt werden?

In Laubenheim stand der Umzug der Schule an, der schon im Sommer bzw. im Herbst stattfinden sollte, später haben wir uns auf den Jahreswechsel geeinigt. Daraufhin verfassten Eltern einen Brief, in dem sie ihre Sorge zum Ausdruck brachten, dass die beengten Räumlichkeiten in den Containern zu Corona-Zeiten ungeeignet seien. Im Gespräch mit Dezernentin Marianne Grosse und nach Absprache mit dem Stadtvorstand wurde beschlossen, dass die Schule erst im April/ Mai kommenden Jahres umziehen wird. Mir geht es damit auch besser, obwohl die Containerlösung mich positiv überrascht hat. Den Aufbau der Container habe ich regelmäßig begleitet und bin begeistert: Sogar eine relativ große Sporthalle wurde aufgebaut, ca. 500 Quadratmeter, fast so groß wie ein Hallendrittel, sodass man in der Tat, wenn die alte Halle nicht mehr nutzbar ist und Corona überwunden ist, dort Fastnacht feiern könnte. Wenn wir diese neue Halle nicht hätten, hätten wir gar nichts: Die Schulturnhalle wird im kommenden Jahr abgerissen, die große Halle im Sportzentrum darf aus Gründen des Brandschutzes nur noch eine Saison lang genutzt werden. Deshalb bin ich sehr froh, dass die Container-Halle bereits verfügbar ist.

JK: Wie geht es mit dem Jugendzentrum weiter?

Auch hier sind bauliche Mängel der Grund dafür, dass der Betrieb nur noch eingeschränkt möglich ist. Die neueste Idee ist, dass das Jugendzentrum ins ehemalige AWO-Heim zieht und die AWO wiederum das ehemalige Hausmeisterhaus der Grundschule nutzt. Für die AWO hätte das den Vorteil, dass sie dann einen kleinen Garten hätte und der Zugang barrierefrei wäre.  Im Bahnhofsgebäude kann das Jugendzentrum definitiv nicht bleiben, da hier ein Notausgang fehlt und das Haus einfach zu dicht an den Gleisen steht.

JK: Welche Projekte sind erfolgreich gelaufen?

Da gibt es so einiges: Unter anderem wurde das Heiligenhäuschen, das sogenannte „Heljeheisje“ am Koppernweg komplett saniert. Im Moment wird die alte Friedhofskapelle an der katholischen Kirche renoviert, was auch schon lange ein Anliegen des Ortsbeirats war. Sehr glücklich bin ich auch darüber, dass die Musikschule von Frau Christ mit der ehemaligen Apotheke ein neues Domizil gefunden hat. Man kann also sagen, dass neben viel Schlechtem 2020 auch einige gute Dinge passiert sind. Es ist auch einiges für das kommende Jahr angestoßen worden…

JK: Womit wir zu meiner nächsten Frage kommen: Was erwartet die Laubenheimer 2021?

Da gibt es großen Grund zur Freude: die Pläne für die „Neue Mitte“ von Laubenheim sollen endlich umgesetzt werden. Dass Platz vor dem Wilhelm-Spies-Haus soll mit Grünflächen verschönert werden, eine Boulebahn ist geplant, der Aufgang zum Longchamp-Platz soll behindertengerecht gestaltet und das Wilhelm-Spies-Haus soll einen neuen Anstrich erhalten. Das sind erfreuliche Lösungen für alle.

Außerdem bin ich schon sehr gespannt auf die geplante Umgestaltung des Parks, die Anfang des Jahres starten soll, damit das Rebblütenfest im Sommer stattfinden kann. Hierfür wurden bereits einige Obstbäume gepflanzt. Auf Wunsch des Ortsbeirates bleibt der Spielplatz möglichst lang offen und der Umbau beginnt im hinteren Teil des Parks. Ich habe schon beantragt, dass die Laubenheimer als erste geimpft werden, damit Corona uns im Sommer nicht wieder einen Strich durch die Rechnung macht… (lacht)

Worüber ich mich persönlich sehr freue ist die Initiative „Blaues Band Deutschland“, dank der das Laubenheimer Rheinufer renaturiert wurde. Wir haben der Natur etwas zurückgegeben, wodurch wir wiederum ein Stück Natur zurückgewinnen, das finde ich fantastisch. Jetzt haben wir endlich wieder einen Strand! Da kann man zwar nicht schwimmen, aber zumindest die Füße ins Wasser hängen. Als nächstes soll die Nato-Rampe zu einem Ort der Geselligkeit gestaltet werden mit einem Wein- bzw. Biergarten, ähnlich wie an der Mole. So haben wir einen Ort für den Rückzug und einen fürs Feiern – beides wird dringend gebraucht.

JK: Gibt es etwas, was Sie als Laubenheimer Ortsvorsteher während Ihrer Amtszeit unbedingt noch umsetzen wollen?

Ja, was wir unbedingt noch schaffen müssen: Ein Durchfahrtsverbot für Lkw in Laubenheim. Das wird schon lange einhellig vom Ortsbeirat gefordert, aber bis jetzt wurde es noch nicht umgesetzt. Ich würde mich freuen, wenn wir dafür eine Bürgerinitiative starten würden, denn jeder LKW ist einer zu viel in Laubenheim und stellt eine Belästigung für alle Bürger dar.

Auf der Agenda ganz oben stehen nach wie vor die Erweiterung der Siedlungsgrenzen und die Pflanzung von Blühwiesen oben in den Weinbergen. Darüber stehen wir schon seit langem mit dem Grünamt im Gespräch. Auch die Mülldeponie im Steinbruch ist ein Dauerthema.

Und mein ganz persönlicher Wunsch: Ich möchte die Einweihung der neuen Schule während meiner Amtszeit erleben. Wenn diese Schule in den nächsten vier Jahren nicht fertig wird, muss ich nochmal kandidieren. Das können Sie den Lesern ruhig mitteilen: Ich bleibe so lange im Amt, bis die Grundschule fertig ist! (lacht)

JK: Worüber haben Sie sich 2020 persönlich sehr gefreut?

Über die Zusammenarbeit im Ortsbeirat, denn die war und ist ausgezeichnet! Meine erste Stellvertreterin Gabriele Müller, der zweite Stellvertreter Paul Stenner und ich sind ein super Team. Wenn die Verwaltung nicht besetzt ist, ist Herr Stenner während der Öffnungszeiten  über das Fenster der Ortsverwaltung ansprechbar und hilft den Laubenheimer Bürgern bei Verwaltungsangelegenheiten. Das finde ich sehr lobenswert!

Das Journal LOKAL dankt Gerhard Strotkötter für das Gespräch und wünscht ihm und dem Laubenheimer Ortsbeirat viel Erfolg bei der Umsetzung ihrer Projekte für 2021! 

Die Fragen stellte Natacha Olbrich