OPPENHEIM – Der Oppenheimer bauSpezi – gerade mal vor 18 Monaten neu eröffnet – versteht die Politik nicht mehr. Nach einem sehr gut gelaufenen 2020 sieht er keine Perspektive, wie es weiter gehen soll. Ralf Weber, geschäftsführender Inhaber: „Kaufland – nur ein paar Meter neben uns – ist mit Kunden voll, wir dürfen niemanden rein lassen. Im 1. Lockdown waren wir noch systemrelevant – warum dieses Mal nicht?“

Der Baumarkt am Krämereck wurde 2019 eröffnet. Ralf Weber und seine Frau Eva Wickers-Weber betrieben schon seit 20 Jahren ein Betten- und Matratzengeschäft. Ihre Idee: „In Oppenheim gibt es keinen Baumarkt – da nutzen wir die Lücke und bieten dieses Fachgebiet an. Ein Neubau wurde errichtet, bauSpezi und der Bettenmarkt eingerichtet.“

Eva Wickers-Weber betont, „wenn wir nur unseren Betten- und Matratzenmarkt hätten – wir wären am Ende. Matratzen muss man ausprobieren, probeliegen, das Material fühlen usw. Wie soll das bei einem Lockdown gehen, wenn niemand in den Laden darf?“

Alle Mitarbeiter sind in Kurzarbeit, was für die beiden Betreiber finanziell Luft schafft. Die Kosten für den Neubau, Versicherungen, Wasser, Strom usw. laufen weiter und „es gibt keine finanzielle Unterstützung für Baumärkte“ muss Ralf Weber feststellen. „seit dem 16.12. – also seit 10 Wochen haben wir geschlossen, kein Kunde darf herein. Wir versuchen durch Click & Collect etwas Umsatz zu generieren, kommen aber nur auf 25 % des bisherigen! Die Kosten laufen weiter, die Einnahmen sind um ¾ zurück gegangen.“

Aktuell sprechen über 40 Vertreter von Branchenverbänden mit Bundesminister Peter Altmaier um zu erreichen, dass der Lockdown gemildert und den Branchen ein Überleben ermöglicht wird. Auch Ralf Weber ist Mitglied in verschiedenen Branchenverbänden und hofft, dass es schnell weiter gehen kann, dass seine Vertreter Erfolg haben. Eine Forderung lautet, dass ab dem 01.03. der Einzelhandel wieder öffnen darf. Allein 1,6 Mio. Menschen sind in Baumärkten beschäftigt!

„Es nicht weiter hinnehmbar, dass der Einzelhandel geschlossen bleiben muss. Wir sind auf Heimwerker ausgerichtet. Viele Menschen sind aktuell zu Hause, da wollen sie renovieren, umbauen oder den Garten gestalten. Ende Februar werden mehrere Dutzend Paletten mit Erde, Humus, Rindenmulch etc. geliefert. Anfang März startet die Gartenarbeit – da soll alles vor Ort sein – nur wie soll das laufen? Wir mussten im Sommer 2020 bestellen, sonst hätten wir jetzt keine Ware – da haben wir nicht mit einem weiteren Lockdown gerechnet,“ stellt Ralf Weber fest.

Wie alle anderen Gastronomen, Einzelhändler, so hat auch bauSpezi ein Hygienekonzept entwickelt, Plexiglas-Scheiben aufgestellt, Wege im Baumarkt zu Einbahnstraßen umfunktioniert – eben alles getan, um dem Kunden Sicherheit zu geben. Nun hoffen sie endlich wieder öffnen zu können.

Wolf-Ingo Heers