MAINZ – Bei der Behandlung von Infektionen ist die Kenntnis des ursächlichen Krankheitserregers von entscheidender Relevanz. Vor allem in Kliniken stellen gefährliche Folgen von Infektionen, wie die Sepsis bzw. Blutvergiftung eine große Herausforderung dar. Je früher man den verantwortlichen Erreger identifiziert und bekämpft, desto geringer ist das Risiko schwerwiegender Folgen. Bislang beruht die Diagnostik auf einer sehr zeitaufwändigen Blutprobenanalyse. Auf diesem Weg kann bislang eine vergleichsweise geringe Anzahl von Erregern ermittelt werden. Die IKK Südwest unterstützt daher die schnellere und präzisere Feststellung des ursächlichen Keims mithilfe der Software DISQVER® von Noscendo.

Durch das digitale Analyseverfahren der Blutprobe können über 1.000 Erreger in weniger als 24 Stunden erkannt werden. Die präzise Aussagekraft des Tests ermöglicht sowohl eine frühere Bestimmung des Erregers als auch einen gezielteren Einsatz wirksamer Medikamente. Dadurch wird das Risiko eines schweren Krankheitsverlaufs sowie die Entstehung von Resistenzen reduziert. Patientinnen und Patienten können sich zügiger von der Infektion erholen. Gerade in Zeiten von Corona ist die Entlastung des Gesundheitssystems mithilfe der neuen Methode von besonderer Bedeutung.

Vorstand der IKK Südwest Daniel Schilling betont: „Das softwarebasierte Verfahren von Noscendo führt zu einer noch besseren Patientenversorgung und ist ein großer Fortschritt für die zielgerichtete Behandlung von oftmals lebensgefährlichen Infektionserkrankungen. Es freut uns daher sehr, dass unsere Versicherten nun von der neuen Verfahrenstechnik und dem Einsatz digitaler Lösungen profitieren können.“

„DISQVER® bietet als neue Methode in der Mikrobiologie die Möglichkeit, parallel zur Standarddiagnostik wie z.B. der Blutkultur, auch in problematischen Fällen in der klinischen Praxis Erreger nachweisen zu können. Die Patienten können dadurch gerade auch bei seltenen oder bislang schwer nachweisbaren Keimen mit einer für sie idealen Therapie versorgt werden“, fasst Dr. med. Ekkehard Siegel, Leitender Oberarzt am Institut für Medizinische Mikrobiologie und Hygiene der Universitätsmedizin Mainz und Experte für infektiologische Fragestellungen seine Eindrücke mit dem innovativen Verfahren zusammen.

„Mit DISQVER® konnten wir bereits dabei helfen, schwerkranke Patienten besser zu versorgen und dabei die Patientenbelastung und Kosten in der Behandlung und Nachsorge zu senken. Wir freuen uns sehr, dass dies nun allen Versicherten der IKK Südwest als erster Innungskrankenkasse in Deutschland zugutekommen kann“, erläutert Dr. Peter Haug, der als Mitgründer in der Noscendo GmbH für die Geschäftsentwicklung verantwortlich ist.

Mit der Methode können zudem die Auswirkungen von Infektionen für bestimmte Hochrisikopatienten, beispielsweise im onkologischen und kardiologischen Bereich oder bei Organtransplantationen, gesenkt werden. Ein weiterer entscheidender Vorteil: Der Test liefert auch dann noch aussagekräftige Ergebnisse, wenn Patienten bereits zuvor antibiotisch behandelt wurden.

Hintergrund
Für die softwarebasierte Untersuchung der Noscendo GmbH wird zellfreie DNA benötigt, wofür eine gewöhnliche Blutentnahme notwendig ist. „Next-Generation-Sequencing“ heißt die anschließend angewendete Methode, mit der das Erbgut analysiert und digitalisiert wird. Mithilfe der CE-zertifizierten Software DISQVER® werden die Daten von Noscendo auf vorhandene Erreger überprüft und diese in ihrer Relevanz für das Infektionsgeschehen bewertet. So kann das Zellmaterial in weniger als 24 Stunden auf eine Vielzahl an Keimen, wie Bakterien, DNA-Viren, Pilze oder Parasiten, getestet werden und ermöglicht damit eine zügige Diagnose und effektive Behandlung der betroffenen Patienten.

Mit dem Start der Kooperation im Januar 2021 können zukünftig Versicherte der IKK Südwest, die sich in der Universitätsmedizin der Johannes-Gutenberg Universität Mainz oder dem Universitätsklinikum Bonn in Behandlung befinden, von der softwarebasierten Methode der Firma Noscendo profitieren.


Die IKK Südwest
Aktuell betreut die IKK Südwest mehr als 630.000 Versicherte und über 90.000 Betriebe in Hessen, Rheinland-Pfalz und im Saarland. Versicherte und Interessenten können auf eine persönliche Betreuung in unseren 21 Kundencentern in der Region vertrauen. Darüber hinaus ist die IKK Südwest an sieben Tagen in der Woche rund um die Uhr über die kostenfreie IKK Service-Hotline 0800/0 119 119 oder www.ikk-suedwest.de zu erreichen.

Franziska Knoll
Pressesprecherin Hessen, Pfalz und Rhein-Main
IKK Südwest