VGBODENHEIM- Die Verbandsgemeinde Bodenheim untersucht seit 2020 zusammen mit der TÜV Rheinland Consulting GmbH Ausbauzustand und Zukunftsoptionen der Breitbandversorgung im Verbandsgemeindegebiet.
Nach Abschluss und Auswertung eines sogenannten Markterkundungsverfahrens liegt ein erstes Zwischenergebnis vor. Das Ergebnis der Datenerhebung bildet den aktuellen Ausbauzustand und die gesicherte Entwicklung in den nächsten drei Jahren ab. Rund drei Viertel aller Adresspunkte, also etwa 4.900, sind demnach mit einer Leistung von mindestens 100 Mbit/s versorgt. Von diesen Anschlüssen verfügen rund 1.700 bereits über einen gigabitfähigen Anschluss an das Glasfasernetz. Annährend 100% aller Adresspunkte verfügen über
eine Leistung von mindestens 30 Mbit/s.
„Dass knapp drei Viertel aller Anschlüsse eine Leistung von mindestens 100 Mbit/s abrufen können, zeigt, dass wir hinsichtlich der Grundversorgung gut aufgestellt sind“, so Bürgermeister Dr. Scheurer. „Aufgabe bleibt es aber, die mindestverfügbare Leistung insgesamt zukunftsfähig zu machen und gigabitfähige Anschlüsse bereitzustellen. Obgleich öffentliche geförderte Ausbaumaßnahmen erfolgt sind bzw. derzeit laufen, ist hier noch Einiges zu tun.“ Da die Verbandsgemeinde derzeit an der Neuaufstellung des Flächennutzungsplanes arbeitet, werden die absehbaren Entwicklungsflächen von der TÜV Rheinland Consulting GmbH in die Begutachtung aufgenommen. So können bereits jetzt Vorkehrungen getroffen werden, diese Gebiete zukunftsfähig zu erschließen.

„Im Rahmen von Beschwerden sehen wir immer wieder, dass zwar bei vielen Haushalte eine gute Leistung verfügbar ist, Kunden diese allerdings nicht bei ihrem angestammten Anbieter buchen können. Anbieterwechsel fallen vielen Verbrauchern immer noch schwer“, ergänzt der zuständige Fachbereichsleiter Rouven Schnurpfeil. Daher erwarte die Verbandsgemeinde auch, dass
Netzbetreiber ihr Netz für andere Anbieter öffneten. Gespräche zwischen den örtlich agierenden Telekommunikationsunternehmen
und der Verbandsgemeindeverwaltung stehen auf der Agenda des aus Bundesmitteln geförderten Untersuchungsprogramms.
Ziel der aktuellen Untersuchungen soll es schließlich sein, die Ausbaukosten zu ermitteln und damit eine Entscheidungsgrundlage über das weitere Vorgehen zu schaffen. „So kann es am Ende durchaus dazu kommen, dass die Verbandsgemeinde einen Förderantrag für den weiteren Ausbau des Breitbandangebotes stellt und diesen ausschreibt“, ist der Bürgermeister überzeugt. Dies zu entscheiden, sei allerdings Sache des Verbandsgemeinderates und auch von der Gesamtfinanzierung abhängig. Das Ergebnis der Studie wird daher sicherlich auch Gegenstand späterer Haushaltsberatungen sein.

Birgit Sonntag
Verbandsgemeinde Bodenheim