TREBUS/NIERSTEIN –  Damit, was hier geschah, sich nie wiederhole. Im Gedenken an die Opfer der Kornsandmorde legten die Geschichtsvereine von links und rechts des Rheins am Gedenkstein einen Kranz nieder.

Im „Erinnern – Gedenken – Widerstehen“ waren die Vorsitzenden Wolfgang Kraft vom Verein Heimat und Kultur Trebur, Hans-Peter Hexemer vom Geschichtsverein Nierstein, Dr. Susanne Pohl vom Geschichtsverein Oppenheim und Walter Ullrich vom Förderverein Jüdische Geschichte und Kultur im Kreis Gross-Gerau (von links nach rechts) am Mahnmal zusammengekommen, um in aller Stille zu gedenken. Bei der im Internet verfügbaren, vorher aufgezeichneten Gedenkstunde, sprachen unter anderen Oppenheims Bürgermeister Walter Jertz und der Vorsitzende des Vereins „Rheinhessen gegen Rechts e.V.“ Roland Schäfer. Schäfer erklärte, die sechs unschuldigen Menschen aus Nierstein und Oppenheim seien die Opfer von Verblendung und Hass geworden, den das NS-Regime verbreitet habe. Aus Hass gegen Andersdenkende seien seit 1990 mehr als 200 Menschen durch Rechtsextremisten in Deutschland ermordet worden. Unzählige Straftaten – Körperverletzungen und Tötungsdelikte – werden jedes Jahr vereitelt. Allein 2019 wurden sieben Tötungsdelikte in Deutschland von rechtsmotivierten Personen vollendet oder versucht. Diese Zahlen machten deutlich: Auch heute gebe es eine Gefahr von rechts – nicht nur eine abstrakte Gefahr, sondern eine konkrete. Der Verein „Rheinhessen gegen Rechts“ arbeite seit über 10 Jahren gegen Rechtsextremismus und für eine starke Demokratie und verstehe sich als starker Teil einer Gegenkultur. Dadurch würden auch die Opfer geehrt, denen man gedenke, betonte Roland Schäfer.

Aud Hoßbach-Appelmann