Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

gerne hätte ich Sie gemeinsam mit Ortsbürgermeister Dennis Diehl im Rahmen einer Einwohnerversammlung über die Entwicklung, den aktuellen Stand und Fortgang des Bauvorhabens „Kapelle in den Zornheimer Weinbergen“ informiert. Leider war das bisher aufgrund der Kontaktbeschränkungen nach den Corona-Bestimmungen nicht möglich. Ob wir in absehbarer Zeit in einer Präsenzveranstaltung ins Gespräch kommen können, ist nach den steigenden Corona-Infektionszahlen schwierig vorauszusagen. Damit Sie dennoch an der Entstehung der Kapelle teilhaben und eine Beziehung zu dem Bauvorhaben knüpfen können, möchte ich Ihnen zum Baubeginn folgende Informationen zukommen lassen:

Rückblickend liegen fast zwei Jahre zwischen dem Festakt, in dem ich mich für die Verleihung der Ehrenbürgerschaft mit der symbolischen Überreichung des Geschenks einer Kapelle in den Weinbergen an die Gemeinde bedankt habe, und dem ins Auge gefassten Baubeginn. Was ist in dieser Zeit geschehen? Kurzum, es wurden umfangreiche Vorbereitungen zur Verwirklichung des Bauwerks getroffen, die ich wie folgt zusammenfasse:

Als erstes suchte ein Projektbegleitteam und meine Familie unter 13 Entwürfen für eine Kapelle in den Weinbergen, die Innenarchitektur-Studentinnen der Hochschule Mainz angefertigt und im Februar 2019 im Ratssaal der Gemeinde ausgestellt hatten, die Arbeit von Lisa Denecke mit dem Ziel der Realisierung aus. Die Entscheidung fiel zugunsten einer aus Holz konstruierten und im Innenraum abgetreppten Kapelle in Zelt-Dreieck-Form aus, die beispielsweise das Zelt Gottes und die Dreifaltigkeit symbolisiert.

So wird sie aussehen, die Kapelle in den Zornheimer Weinbergen – Foto zur Verfügung gestellt von Peter E. Eckes

Nach dem ausgewählten Entwurf kam dem Standort für die Kapelle hinsichtlich Geländegestaltung (z. B. Hangneigung) sowie Weitblick in die Natur und Landschaft eine entscheidende Bedeutung zu. Darüber hinaus spielte eine wetterunabhängige gute Erreichbarkeit, auch für mobilitätseingeschränkte Personen eine ausschlaggebende Rolle. Zahlreiche potentielle Standorte wurden begutachtet. Schließlich einigte man sich darauf, dass die Kapelle die Zornheimer Gemarkung an exponierter Stelle in der Weinlage „Mönchbäumchen“ in unmittelbarer Nachbarschaft zu dem von weitem sichtbaren Nussbaum bereichern soll. Der Weg dorthin führt an Start und Ziel des Premium-Wanderweges „Hiwweltour Zornheimer Berg“ mit der „Schönsten Weinsicht Rheinhessen 2020“ und dem Ruhkreuz vorbei.

Im Anschluss führte das Dienstleistungszentrum ländlicher Raum Rheinhessen-Nahe-Hunsrück (DLR) in diesem Gemarkungsteil mit neun Grundstückseigentümern einen freiwilligen Landtausch durch und wies dabei das Baugrundstück für die Kapelle an der gewünschten Stelle in einer Größe von rund 880 m² aus.

Inzwischen hatte das in sakralen Bauten erfahrene Wiesbadener Architekturbüro KISSLER EFFGEN + Partner die Kapelle in einer Holz-Glas-Konstruktion mit einem großen Panoramafenster geplant, das einen Ausblick auf Zornheim und die umgebende Landschaft bis hin zum Feldberg und der Skyline von Frankfurt gewährt. Darüber hinaus orientiert sich die Planung am Ziel, dass ein überkonfessioneller Ort der Einkehr, Besinnung, Begegnung, Stille, Entspannung und Kontemplation in den Weinbergen entsteht. Übrigens, ein Modell der Kapelle ist in der Ortsgemeindeverwaltung Zornheim zu besichtigen.

Mit tatkräftiger Unterstützung des Heimat- und Geschichtsvereins Zornheim wurde die Planung vor Ort mittels Stangengerüst in den Proportionen der Kapelle veranschaulicht. Somit konnte ein realistisches Bild von Größe, Standort und Ausrichtung des Bauwerks im Gelände gewonnen werden.

Um der Bezeichnung „Kapelle in den Weinbergen“ gerecht zu werden, sollen nach den Planungen von Landschaftsarchitekt Klaus Bierbaum künftig die Rebflächen bis an die Kapelle heranreichen.

Der im September 2020 eingereichte Bauantrag für die Kapelle wurde Anfang März 2021 von der Kreisverwaltung Mainz-Bingen genehmigt, somit kann nun mit dem Bau begonnen werden. Coronabedingt wird auf den üblichen feierlichen „Spatenstich“ als symbolischen Akt des Baubeginns verzichtet. Ein Termin für die Grundsteinlegung wird noch gesucht. Die Fertigstellung und Einweihung soll im September 2021 erfolgen.

Mit freundlichen Grüßen und den besten Wünschen zum Osterfest.
Ihr Peter E. Eckes