BODENHEIM – Durch die Betriebsaufgabe der Firma Kuemmerling und der dadurch freiwerdenden Fläche nimmt eine Entwicklung Dynamik auf, die sich für Bodenheim als Glückfall entwickeln könnte. Zwei ortsansässige Investoren arbeiten zurzeit mit der Gemeinde an einem zukunftsfähigen und ortsverträglichen Nachnutzungskonzept.

Noch 2018/2019 handelte sich der damalige Neueigentümer des ehemaligen Kuemmerling-Hallenareals durch die Gemeinde die rote Karte ein. Dieser wollte auf der Großfläche 500 Wohneinheiten errichten und vermarkten. Er agierte damit völlig am Willen der Gemeinde vorbei und „zahlte richtig Lehrgeld“, so Ortsbürgermeister Thomas Becker-Theilig.
Ganz anders verhält es sich mit den beiden jetzigen Eigentümern. Die „Projekt2 GmbH“, ein Betriebsableger des heimischen „FliesenBernhard“ und das Gesundheitszentrum VITANUM um Dr. habil. Jan Korner, zwei starke, faire Player, begegnen der Gemeinde auf Augenhöhe. Gelingt es, die Gemeindeinteressen an entscheidenden Punkten einzubringen, könnte diese Flächenentwicklung ein Glücksfall für Bodenheim werden.

Was passiert in den kommenden Jahren?

  • Das VITANUM erhält mit dem Bau des CUBE einen Zwillingsturm, der den Bodenheimer Gesundheitsstandort stärken wird.
  • Durch ortsnahe Auslagerung der Getränkeabteilung kann der REWE-Markt seine Verkaufsfläche und damit sein Produktangebot vergrößern.
  • Auf dem neuen Getränkemarkt entstehen 25 Sozialwohneinheiten, in die sich die Gemeinde einkaufen soll, um den stark unter Druck stehenden Wohnungsmarkt zu entlasten.
  • Unter dem Getränkemarkt und unter einer sich östlich daran anschließenden Wohnsiedlung werden zwei Tiefgaragen gebaut.
  • Ein auf dem Parkplatz der ehemaligen Kuemmerling-Halle neu zu errichtendes Parkhaus sichert dem Gesundheitszentrum die notwendigen Stellplätze. Es soll auch die im Gesamtumfeld herrschenden Parkplatzsituation verbessern.
  • Ein erheblicher Anteil der dort geplanten ca. 110 Wohneinheiten soll zu bezahlbaren Preisen als Eigentumswohnungen erworben werden können.
  • Die ausgehandelten Details sollen verbindlich in einem städtebaulichen Vertrag zur gegenseitigen Absicherung geregelt werden.
  • Teilabriss der Kuemmerling-Halle am südlichen Korridor-Areal zugunsten ansiedlungswilliger Gewerbebetriebe, u. a. im IT-Bereich.
  • Planskizze der Projekt2 GmbH zur Umgestaltung des ehemaligen Kuemmerlinggeländes – Plan: Projekt2 GmbH

Kindertagesstätten

  • Schaffung zusätzlicher Parkplätze für die KiTa Schatzkiste auf dem benachbarten Kuemmerling-Areal
  • Abschluss des Erweiterungsbaus der KiTa Wühlmäuse in 2021
  • Baubeginn der neuen KiTa- und Horteinrichtung im Baugebiet Leidheckenweg
  • Errichtung einer Naturkinder-KiTa für 20 Kinder im Frühsommer 2021

Straßenbau und Verkehr

Bereits 2017 hatte die Gemeinde begonnen, die Verkehrsführung im Ortskern durch Einbahn-Ringverkehre neu zu ordnen. Mit der Straßensanierung im Bereich Mainzer Straße/Eselsrutsch erfolgt nunmehr der Startschuss für einen zukunftsgerechten und verkehrssicheren Ortskern, u. a. für Fußgänger, für die Schulwegführung und auch zur Erhöhung der Aufenthaltsqualität.

Weiterhin wollen wir für den ruhenden Verkehr im Ortskern Quartiersparkplätze für die Anlieger einrichten. „Das ist ein sensibles und kostspieliges Thema. Angesichts der Fördergelder von 70% unterstützt uns das Programm der Ortskernsanierung in erheblichem Umfang“, erläuterte der Ortsbürgermeister die Situation.

Sport und Kultur

Im Mai 2019 wurde die Turn- und Gymnastikhalle am Uwe-Zeidler-Ring insbesondere für die zumeist jungen TurnerInnen übergeben. 2021 entsteht nun in einem zweiten Bauabschnitt eine Dreifeld-Mehrzweckhalle, die direkt an die bestehende kleinere Halle anschließt. „Dieses neue Gebäude soll den weiterhin großen Bedarf für Kultur und Sport in unserer Gemeinde auffangen“, so Becker-Theilig und er fährt fort:

„Ich wünsche allen Bürgerinnen und Bürgern der Wohlfühl- und Touristikgemeinde Bodenheim, dass sie weiterhin gesund durch die Coronazeit kommen und insbesondere, dass unsere Bodenheimer Gastronomie- und Beherbergungsbetriebe die Krise gut überstehen.

Ulrich Nilles