NACKENHEIM – Im Jahr 2009 wurde die Ortsgemeinde Nackenheim mit der Feststellung eines Gutachtens konfrontiert, dass entlang des Rothenbergwegs eine potentielle Steinschlaggefahr herrsche. Nach unzähligen Gutachten, Stellungnahmen, Konzepten und Planungen, welche anfänglich Kosten von bis zu 1 Million Euro vorsahen, konnten die Maßnahmen zur Steinschlagsicherung im Rothenberg Ende Februar 2021 erfolgreich abgeschlossen werden.
Die Verbandsgemeinde Bodenheim und die Ortsgemeinde Nackenheim freuen sich, dass es im engen Austausch gelungen ist, eine angemessene und vor allem deutlich günstigere Lösung zu erarbeiten. Von Anfang an war man gemeinsam bemüht, die hohen Kosten zu reduzieren. Besondere Herausforderung des Projektes war es, eine naturschutzrechtlich verträgliche Lösung für das geschützte Gebiet zu erarbeiten. Daher schied die einfachste Lösung, den Hang regelmäßig zu beräumen, von Anfang an aus.
In Abwägung der verschiedenen Interessenlagen von Wandertourismus, Naturschutz, Weinanbau und auch der Finanzierbarkeit konnte jedoch anhand der abgestuften Lösungsvorschläge eines Planungsbüros für Hangsicherung ein ausgleichendes Konzept umgesetzt werden, das der Gefahr adäquat begegnet. Im Rahmen einer Gefährdungsbeurteilung wurde von der Ortsgemeinde schließlich ein Schutzziel definiert, welches die Sicherung der Unterlieger vorsah. Durch die Montage von zwei Toranlagen konnte so das bisherige Schutzziel „Sicherung des intensiv genutzten Wander‐ und Verbindungsweges“ aufgegeben werden. Zusammen mit dem beauftragten Fachplaner wurde ein angepasstes Konzept zur Sicherung gegen Steinschlag erarbeitet. Dieses sieht nun eine kostengünstige und flexible Lösung mit Gabionen vor. Der Eingriff in den Naturraum wurde dabei auf ein Minimum reduziert, so dass auch die Naturschutzbehörden der Maßnahme zustimmten. Auch die Bewirtschaftung der Weinberge ist weiterhin möglich. Der Zugang zum gefährdeten Bereich ist
reguliert. „Die Gabionen wurden so errichtet, dass Erweiterungen und Ausbesserungen gut möglich sind. Der Rothenbergweg wird nämlich auch weiterhin unter Beobachtung stehen. Sofern es notwendig wird, können jederzeit ergänzende Maßnahmen umgesetzt werden“, so Ortsbürgermeister Adler.
Nach Abschluss der Maßnahmen und Abzug der Beteiligung des Landesbetriebs Mobilität belaufen sich die Gesamtkosten für die Ortsgemeinde auf noch rd. 119.500 €. Ein riesiger Erfolg, wenn man bedenkt, mit welchen Kosten man ursprünglich kalkuliert hatte. Zugleich stellt dies auch eine Entlastung des Haushaltes der Ortsgemeinde dar, da die geplanten hohen Kosten für die Steinschlagschutzmaßnahmen seit Jahren den Haushalt belasteten. Dr. Robert Scheurer freut sich: „Der Landesbetrieb Mobilität nimmt seine Verantwortung zum Schutz der unterhalb verlaufenden Landesstraße wahr und beteiligt sich an den Kosten mit annähernd 30.000 €. Dies ist ein wichtiges Zeichen, zumal ansonsten keinerlei Förderung für diese sicherheitsrelevante Maßnahme zu erlangen war.“
Die Ortsgemeinde Nackenheim dankt der Verbandsgemeinde Bodenheim für die Unterstützung bei der Identifizierung und Abwägung der unterschiedlichen Interessenlagen, der Herbeiführung eines ausgewogenen technischen Konzeptes und bei der Auswahl eines geeigneten Fachplanungsbüros sowie der ausführenden Firma Seip aus Nierstein für die fristgerechte Bauausführung und der
Ingenieurgesellschaft BORAPA aus Kaiserslautern für die vertrauensvolle Zusammenarbeit in der Planung.

René Adler
Bürgermeister der Ortsgemeinde Nackenheim