LAUBENHEIM – Vielbeachtet von den Besuchern des Friedhofs werden derzeit die Sanierungsmaßnahmen an der kleinen Kapelle  hinter der Katholischen Pfarrkirche Mariae Heimsuchung. In diesen Wochen findet der zweite und letzte Bauabschnitt statt. Dabei geht es um die Instandsetzung des maroden Mauerwerks, der Fenster, des Eingangstores sowie um alle anstehenden Putz- und Malerarbeiten. Interessant ist nun für die Laubenheimer die Frage nach der späteren Nutzung des kleinen Gebäudes. Nach Anregungen der Ortsbeiratsmitglieder und gemeinsamen Vorort-Terminen mit dem Wirtschaftsbetrieb Mainz, Abteilung Friedhofs- und Bestattungswesen, überlegte man, die Kapelle in Form eines Indoor-Kolumbariums anzulegen. Dies wird seit einigen Jahren bundesweit in vielen ehemaligen Gotteshäusern so gehandhabt. Laubenheim wäre der erste Mainzer Stadtteil, in welchem ein solches Konzept realisiert würde. Die Art der Beisetzungen unterscheidet sich nicht von den Kolumbarien im Außenbereich. Hier sind aber die Gestaltungsmöglichkeiten deutlich größer.

Vorher…..
Foto: Jupp Heck

Die Kolumbarien sollen künftig zu dem gleichen Gebührensatz wie die im Außenbereich angeboten werden. Dies wird möglich, da die erforderlichen Kosten für die Gebäudesanierung aus Mitteln des Amtes für Denkmalschutz finanziert werden. Somit werden lediglich die Kosten für die Erstellung des Innenbereichs über Gebühren umgelegt. Sonst wäre eine solche Begräbnisstätte nicht über den regulären Gebührensatz zu stemmen, erklärt der Abteilungsleiter Friedhofs- und Bestattungswesen, Sebastian Trüb. Sein Kommentar zu den Umbauarbeiten lautet: “Ich finde, damit entwickelt sich die kleine, denkmalgeschützte Kapelle zu einem wahren Glücksfall für die Laubenheimer!“ Insgesamt werden in dem restaurierten Raum 80 Urnenkammern für je zwei Urnen mit Grabplatten aus Eiche erstellt. Zudem sind vier Sitzbänke sowie eine Ablagefläche für Blumen und Gestecke geplant. Auch eine ausreichende Beleuchtung des Raums sowie ein über eine Zeitschaltuhr geregeltes Schloss für das Eingangstor sind vorgesehen.

Sebastian Trüb erklärte, man sei guter Dinge, dass die Arbeiten bis zum Ende des Sommers abgeschlossen sein werden und die Einweihung im September 2021 erfolgen kann. Ortsvorsteher Gerd Strotkötter ist über die Umgestaltung des Bauwerks hocherfreut. Er sieht darin einen Ort der Ruhe und der Besinnung für die Angehörigen der Verstorbenen, die sich in dieser schönen Umgebung aufhalten und ihren Gedanken nachhängen können. Finale Gespräche über die endgültige Ausstattung mit dem zuständigen Amt sollen noch stattfinden. Dabei wünscht sich der Ortsvorsteher die Anbringung eines Trauersymbols oder -reliefs als „Dekoration für dieses würdevolle Gebäude“.

 

Klaus Schmitt