NACKENHEIM – 2020 musste das Nackenheim Weinfest „Am fröhlichen Weinberg“ abgesagt werden – dieses Jahr wollten es die teilnehmenden Winzer aber hinbekommen, dass mit Abstand gefeiert werden kann. Der Heimat- und Verkehrsverein Nackenheim (HVV) gab den Anstoß mit einem Konzeptvorschlag: Die Winzer öffnen ihre Höfe und lassen die Gäste dort feiern. Das Gesundheitsministerium sowie die VG Bodenheim wurden eingeschaltet und musste gemäß der Corona-Bekämpfungsverordnung des Landes ein Hygienekonzept in Einklang mit den Höfen und dann ein Plan entwickelt werden. Schnell wurde klar: Als Weinfest wird das nicht umsetzbar sein. Als Einzelveranstaltung jedes Winzers – Bewirtung im Freien im eigenen Hof mit Abstand und den berühmten 3 GGG – wäre es möglich. Jeder Winzer organisierte eine Zutrittskontrolle, die Gäste mussten sich in „Luca“ anmelden.

Alle Fäden liefen im HVV zusammen, er übernahm auch die Gemeinschafts-Werbung. Achim Ramler, Vorsitzender des HVV: „Wir hatten unheimlich guten Zuspruch. Die Höfe waren sehr gut besucht. Die Gäste waren entspannt. Unsere Winzer sind glücklich und stolz, dass wir alles so toll hinbekommen haben. Der Erfolg hat unserem Konzept Recht gegeben! Wir hatten aber, was die 7 Tage Inzidenz und das Wetter betrifft, wahnsinniges Glück!“

Die Weingüter Gunderloch, Bastian, Elisabethen-Hof, Dörrschuck, Sans-Lorch, Marbé-Sans und Schmitz sowie das alte Kelterhaus und Sankt Gereon Events hatten alle Hände voll zu tun, die angemeldeten Gäste zu ihren Plätzen zu geleiten. Die Veranstalter sind voll des Lobes.  Es war eine sehr entspannte Atmosphäre in den Höfen. Die Besucher waren dankbar und glücklich, das wieder etwas geboten wurde. Viele Auswärtige entdeckten Nackenheim, Nackenheimer Weine und die entsprechenden Weingüter.

„Das Leben auf und in den Straßen und Plätzen fehlte mir, es war eben Weinfest anders“, zieht Achim Ramler ein kurzes Resümee. Alle Veranstalter haben Spendenboxen für die Flutopfer im Norden unseres Bundeslandes aufgestellt.

Wolf-Ingo Heers