BODENHEIM – „Es ist geschafft“, so einer der Bodenheimer Albansjünger. Stolz und zufrieden schauten sie auf ihr Werk. Die 10 „Jünger“ – allesamt bekennende Fastnachter – haben das Wingertshäuschen im Bodenheimer Hoch nach einem Jahr Arbeit endlich einweihen können.

Und das mit Prominenz aus Politik und Wirtschaft aber auch mit über 350 Gästen über den Tag. Gestiftete Würstchen wurden gegrillt sowie Weine ausgeschenkt. Ein Fass der Mainzer Eulchen-Brauerei – auch gestiftet – kam zum Ausschank. Alles gegen eine Spende – so können noch weitere Kleinigkeiten am Wingertshäuschen gestaltet werden.

„Eigentlich eine Idee aus Verlegenheit“, so einer der Macher der Renovierung. Die Mannen der Bodenheimer Albansjünger saßen in Ermangelung von Fastnachtsveranstaltungen beim Wein zusammen und überlegten: Da kam der Gedanke auf, eines der Bodenheimer Wingertshäuschen zu renovieren.

Eine tolle Idee, fand auch der Bürgermeister Thomas Becker-Theilig und fuhr mit den Albansjüngern viele Wingertshäuschen ab. Schnell stand fest: Es soll das in der Weinbergslage „Bodenheimer Hoch“ sein, denn da gab es auch etwas freies Gelände um das Häuschen.

Der Plan zur Gestaltung wurde im Herbst 2020 erstellt, die Arbeiten starteten im Februar 2021.

Erst musste das Häuschen aus seinem Dornröschenschlaf erweckt werden: Gehölz wurde zurückgeschnitten, Efeu entfernt. Das Umfeld wurde, um eine Ebene zu erreichen, mit Erde aufgeschüttet und dann mit Rindenmulch abgedeckt. Nun können sich dort mehrere Menschen gleichzeitig aufhalten. Große Fasssteine sind als Stützwand gesetzt worden, die teilweise mit Holz abgedeckt wurden und nun auch zum Sitzen einladen. Mehrere Stühle und Bänke ergänzen den Außenbereich.

Das Wingertshäuschen wurde komplett innen und außen gestrichen, das Dach mit einem Spezialanstrich abgesichert, eine Bank im Innenbereich errichtet. Die Klappläden wurden dann im Frühjahr renoviert und neu gestrichen.

„Wir wollten aber auch den Spaziergängern Möglichkeiten zum Verweilen anbieten, dazu zählen auch die Tische, die wir mit Flächen zum Spielen von Schach, Mühle, Mensch ärgere dich nicht usw. gestaltet haben“, so ein Albansjünger. „Dazu gehören auch Stoffbeutel, in denen die Spaziergänger die notwendigen Spielsteine finden.“

Auch die Gemeinde begleitete die Aktion und stellte Mittel bereit für eine Panoramaliege für zwei Personen sowie für die Errichtung einer Treppe inkl. Geländer bereit. So kann man jetzt auf das Dach steigen und den tollen Blick auf Bodenheim genießen. Auch der Bau der Treppe war eine Eigenleistung – ebenso die Errichtung.

„Wir haben das Wingertshäuschen Bastion Bodenheim-Blick genannt“, freuen sich die Albansjünger. „Bislang sind hunderte an Stunden und auch einiges an Eigenkapital für unser Häuschen investiert worden. Aber es hat sich total gelohnt!“

Thomas Gunichard spielte mit seinem Akkordeon auf, um auf den Ortsbürgermeister überzuleiten. Thomas Becker-Theilig: „Bodenheim ist stolz auf so eine tolle Idee und deren ehrenamtliche Umsetzung. Der professionelle Ausbau, die fachgerechten Arbeiten und nun die feierliche Einweihung und das bei Bodenheimer Sonnenwetter. Einfach super für Bodenheim!“

Wolf-Ingo Heers