LAUBENHEIM – Auf die „Neue Mitte“ warten die Laubenheimer eine gefühlte Ewigkeit. Mehr als ein Dutzend Jahre sind seit dem ersten Antrag zur Neugestaltung der Flächen rund um den Longchamp-Platz zu einem Wohlfühl-Ensemble bis heute vergangen. Jetzt wird erneut die Geduld auf die Probe gestellt. In der jüngsten Sitzung des Ortsbeirats teilte der Leiter des städtischen Grünamts, Olaf Nehrbaß, mit, dass mit der Ausarbeitung der Planung noch nicht begonnen wurde. Der Grund sei der Personalmangel in der Behörde, die für die Umsetzung der Pläne zuständig ist. Viele Laubenheimer sehen am Longchamp-Platz großes Potenzial. Zwischen Kindergarten, Bücherei, Grundschule und Wilhelm-Spies-Haus könnte ein attraktiver Mittelpunkt des Stadtteillebens entstehen. Bis aber jene Fläche zwischen der Ortsverwaltung und der Schule aus ihrem Dornröschenschlaf erwacht, könnte es ein Weilchen dauern.

Als das Projekt ab 2016 immens an Tempo zulegte, steuerte der Ortsbeirat noch sehr intensiv Ideen bei. Um so erstaunlich mutete in der Sitzung an, wie gelassen die Ortsbeiratsmitglieder die Nachricht vom anhaltenden Projektstillstand vernommen haben. „Wir sehen den Bedarf, die Pläne zu aktualisieren“, bemerkte Ortsvorsteher Gerhard Strotkötter (SPD). Wie er zu Beginn der Sitzung vorrechnete, sei der Ortsbeirat unvollständig zusammengekommen. „Wir sind heute nicht beschlussfähig“, bedauerte der Ortsvorsteher. Für den Tagespunkt „Neue Mitte“, der keinen Beschluss, sondern bloß eine Anhörung vorsah, spielte dies keine Rolle. Dezimiert meldeten die Mitglieder eifrig Ideen zum Projekt an. Norbert Riffel (CDU) brachte Installationen und Anschlüsse für einen Verkaufswagen ins Spiel, um Bürgern regionale Bio- und Metzgereiprodukte anzubieten, die sie im Laden nicht bekommen. Ralf Geißner (SPD) sprach von einer Multifunktionsfläche mit einem Weinprobierstand und geeigneter End- und Versorgung für diverse Nutzung durch Vereine. „Ein Bouleplatz könnte französisches Flair zu uns transferieren.“ Daniela Zaun (Die Partei) empfahl Fitness-Outdoor-Geräte.

Nach weiteren Vorschlägen soll die Fläche vor der Ortsverwaltung eher die Menschen zum Ausruhen und Erholen einladen als die Autofahrer zum Parken verlocken. Auch rufe die Treppe, die sich im katastrophalen Zustand befinde, nach einer schnellen Reaktion.

In der Runde machte sich nach und nach die Überzeugung breit, die Neue Mitte solle am besten in zwei Phasen entstehen, denn die Lkw würden die Fläche während des Schulbaus vermutlich ruinieren. „Wir können anderseits aber nicht warten, bis die Schule fertig wird“, verwies Strotkötter auf das 1250-jährige Bestehen, das Laubenheim 2023 feiern will. Er schlug vor, einen gesonderten Antrag vorzubereiten, der die Problematik am Longchamp-Platz aufgreift. Unabhängig davon will der Ortsbeirat einen neuen Antrag zum Gesamtprojekt fassen und damit der Empfehlung von Nehrbaß folgen. „Das würde das Prozedere in die richtige Richtung stoßen“, so der Leiter des Grünamtes. Eine Bürgerbeteiligung zum Projekt sagte Nehrbaß ebenfalls zu.

Autor: Gregor Starosczyk-Gerlach