LAUBENHEIM – Zum zweiten Mal auf die Sitzungen verzichten? „Auf keinen Fall!“, sagten die Schwarzen Gesellen. Nachdem im Dezember erneut die Veranstaltungen abgesagt worden waren, beschloss man wie 2021, einige der für die diesjährigen Sitzungen geplanten Acts wieder zu filmen. Drehorte waren der kleine Gastraum der „Goldenen

Dionysia

Ente“ und eine Halle des Turnvereins. Alles war professionell eingerichtet. Tonchef Michael Horber war mit donnernden Narrhallamärschen und Tuschs für den „guten Ton“ zuständig und Benjamin Drieschner für die Filmaufnahmen. Alle Darbietungen 2022 wurden im gleißenden Licht eines Riesenscheinwerfers aufgezeichnet.  Mit vielen Helaus brachte Präsident Matthias Keil als Ein-Mann-Komitee in launiger Weise das elitäre, handverlesene Publikum in echte Sitzungslaune. Statt vor 1500 jetzt vor nur 15 Narren aufzutreten, beeinträchtigte die Motivation der Mitwirkenden keineswegs.  Neun Vorträge, Liedbeiträge und Ballettdarbietungen sorgten für viel Beifall  der kleinen Narrenschar. Stolz können die SGLer auf ihre neue Frauenquote sein. Drei Damen stiegen erfolgreich in die Bütt. Für das Guinness Buch der Rekorde als kürzesten SGL-Vortrag aller Zeiten empfahl Matthias Keil den witzigen, kostümierten Vortrag von Dionysia Diel. Als Schaufensterpuppe konstatierte sie, dass 2022 die Sitzung ein „Satz mit X“ werde.Tanja Eppelmann glänzte in ihrer Doppelrolle als

Tanja

Katze und Maus. Die „Rotweinmaus“, selig im Weinfass schwimmend, entkam mit viel Tricks und Geschick der lauernden Katze. Die Bütten-Debütantin und „Original Laubenumerin“ Christa Heeger schwärmte vom neu gestalteten Gemeindepark. Auch das Gendern, das Laubenheimer Rheinufer und ihren so schmerzlich vermissten Stammtisch arbeitete sie gekonnt närrisch auf. Wort- und geistreich legte Protokoller Peter Häffner den närrischen Zeigefinger auf viele Ungereimtheiten der Gegenwart. Frank Debo verarbeitete geschickt seinen schweren Job als Sicherheitskontrolleur der Stadt Mainz. Köstlich waren die Geschichten von Horst Krausenegger als Bademeister am Großen Sand, wie etwa die von dem etwas zu engen Rettungsring für eine korpulente Dame. Zwei Narren hatten ihre Beiträge aktualisiert und drückten ihre große Enttäuschung über die ausgefallenen Sitzungen mit markigen Reimen aus: Jungstar Nick Stenner hatte sogar mit einem Ersatzauftritt im 700 Meter langen Sambadrómo von Rio vor 88500 Zuschauern geliebäugelt. Diesen Gedanken verwarf er aber, weil ihm „e paar

Christa

Hütcher in Meenz“ lieber seien als eine Caipirinha an der Copa Cabana. Klaus Schmitt berichtete von seinen mentalen Problemen wegen des Sitzungsausfalls. Er war kaum zu beruhigen und drohte damit, im nächsten Jahr dann drei Vorträge zu machen. Das bewährte Duo Matthias Keil/Jens Teschner, Moritatensänger Horst Schwertel mit Koni Schäfer und die HüBüs (Tobias Keil, Manuel und Johannes Christ) umrahmten die „Ersatz“-Sitzung musikalisch mit toll getexteten Liedern. Tänzerisch perfekt bewiesen Damen-, Männer- und „altes“ Männerballett sowie die SGLchen, dass die Fassenacht in Laubenheim mit viel Herz und Engagement gepflegt und gefeiert wird. Auf der Homepage www.schwarzegesellen.de wird über die Sitzung und andere aktuelle Aktivitäten des Vereins berichtet. Dort gibt es auch einen Link, der zu den Filmaufnahmen führt.

Text: Klaus Schmitt, Fotos: Benjamin Drieschner